Das vergessene Gebot - Warum möchte ein Gläubiger heilig leben?  (siehe Hebr.12,14)

Nun, zunächst einmal ist es ein Wunsch, der im Moment seiner Bekehrung in ihm aufkeimt. Er erhält einen neuen Haß auf die Sünde und eine neue Liebe für die Reinheit. Der innewohnende Heilige Geist sehnt sich danach, in ihm einen geheiligten Charakter zu gestalten. Die neue Natur stellt sich selbst dar in dem Sehnen nach Sieg im persönlichen Leben über die fleischliche Natur des „alten Menschen“. Doch darüber hinaus gibt es noch triftigere Gründe, warum ein Christ nach Heiligkeit streben sollte, warum er den Versuchungen der Welt, des Fleisches und des Teufels widerstehen sollte.  Mit das Schlimmste an der Sünde ist die Unehre, die sie auf den Namen des Herrn Jesus bringt. Es ist gerechtfertigt, wenn die Welt den Jünger mit Seinem Herrn und Meister in Verbindung bringt. Sündigt der Jünger, so wird dies seinem Meister zum Vorwurf gemacht. Schändliches Benehmen wird mit Ihm in Verbindung gebracht. Als 1987 ein Prediger in den USA in einen Skandal verwickelt wurde, sagte der bekannteste Atheist des Landes: „Das ist nur ein weiteres Beispiel für die Schlechtigkeit der Religion, für ihre Häßlichkeit, für dieses miese Spiel.“ 

- Durch seine Sünden und seinen Ehebruch brachte auch David unendliches Gespött auf den Namen des HERRN seitens Seiner Feinde (2. Sam.12,14). - Ein weiterer Grund für die Heiligkeit ist der Gedanke daran, was unsere Sünden den Heiland gekostet haben (1.Petr. 2,24). Kein aufrichtiger Gläubiger möchte mit dem fortfahren, was den Sohn Gottes einst ans Kreuz nagelte! Wenn dieses Blutvergießen zur Sühnung unserer Sünden nötig war, wie können dann Seine Nachfolger Schlechtigkeit tolerieren oder stillschweigend dulden? Die Liebe des Christus sollte uns zu einem Leben in Reinheit anhalten. Er liebte uns schon, als wir noch gottlose Feinde und Sünder waren. Er offenbarte uns Seine Liebe, indem Er einen gewaltig hohen Preis für uns gezahlt hat, um uns zu erlösen. Er gab uns alles, was wir benötigen, um in Gottesfurcht zu leben durch Seinen Heiligen Geist. Es ist eine klägliche Antwort auf diese Liebe, wenn wir wieder die Brücke zu unserem alten Leben aufbauen.  Sünde bricht Gott das Herz aufs Neue. Unsere Liebe zu Christus sollte in uns den Wunsch wecken, reine Gefäße zu sein, bereit zu Seinem Gebrauch. Wenn wir Ihn wirklich lieben, wollen wir Ihm gefallen. Die Sünde bricht nicht nur Sein Gesetz, sondern auch Sein Herz, während Heiligkeit Ihn erfreut. Er sagte: „Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote“(Joh. 14,15). Heiligkeit ist ein Gebot(1.Petr.1,15.16; Hebr. 12,14). Neue Sünde bringt andere Menschen ins Wanken, sowohl Gläubige, als auch Ungläubige. Sieht ein Unbekehrter einen Christen fallen, so schließt er daraus, daß das Evangelium keinen Unterschied im Leben eines Menschen macht. Gläubige sind vor den Kopf gestoßen, und junge Gläubige sind besonders verletzlich und bitter enttäuscht.   

- Mark Twain wandte sich ab vom Christentum, nachdem er hörte, daß Christen die Sklaverei duldeten, eine unflätige Sprache führten und in dunkle Geschäfte verwickelt waren. 

- MaoZedung wurde zum Christenverächter, weil  Christen ihm die Begegnung mit einem von ihm sehr geliebten und verehrten Schullehrer und Missionar mit Gewalt verwehrten.  -  (Wie viel Elend wäre in der Welt nicht geschehen, wenn wir Christen nicht so oft versagt hätten in der Heiligung! R.So.)   zitiert und kommentiert aus „Der vergessene Befehl“ von William MacDonald