Gegen die neue Diktatur: Politische Korrektheit

Wenn Jesus sagt, „Ich bin die Wahrheit“, dann müßte das für Christen auch bedeuten, sich einer konkreten Wahrheit zu stellen, um darauf angemessen zu reagieren. Leider ist das heute auch bei christlichen Politikern oder Kirchenoberen nicht mehr der Fall. Man verfolgt „mittelfristige oder langfristige Ziele“, bei denen man auch schon mal die Wahrheit ignoriert oder gar unterdrückt.

Man sagt „Ökumene“ und meint einen Mischmasch theologisch unvereinbarer Lehren, die zugunsten einer oberflächlichen Einheit übersehen werden müssen. Die Wahrheit bleibt auf der Strecke. Man sagt „Einheit in Vielfalt des Glaubens“ und meint doch die völlige Auflösung biblischer Verbindlichkeit in Lehre und Leben nach der Bibel.

Man spricht von der Einheit Europas und ihrer Währung und nimmt in Kauf, daß dieses ganze „Politikgebäude“ eines Tages in sich zusammenfällt, wie der Turm von Babel, obgleich all die Widersprüche offenbar sind und in dieser Größe nicht lösbar sind.

Man redet andauernd vom „demographischen Wandel“ und meint damit, daß unsere Geburtenrate im Vergleich zur Sterberate dramatisch abgesackt ist. Heute kommen nach letzter Statistik nicht einmal mehr 8 Geburten auf 34 Sterbefälle pro 1000 Deutschen. Wenn man dann noch bedenkt, daß von den Geborenen eine Vielzahl Migranten mit muslimischem Hintergrund sind, dann ist der Titel von Tilo Sarazins umstrittenem Buch durchaus zutreffend: „Deutschland schafft sich ab“. Was dieser Finanzexperte da auflistet, ist ein realistisches, aber erschreckendes Zahlenmaterial. Bei der Vorstellung seines Buches auf der Frankfurter Buchmesse sagte er ganz ehrlich, daß er als Redenschreiber von Politikern und Gewerkschaftlern nie die ganze Wahrheit schreiben durfte, nur Halbwahrheiten. Nun aber, wo er den ganzen „politischen Zirkus verlassen habe, könne er endlich die ganze Wahrheit auftischen“. Journalisten können heute bei Gefahr ihres eigenen wirtschaftlichen Untergangs die Wahrheit nicht ohne weiteres mehr sagen oder schreiben. Wegen der „Political correctness” müssen sie Lüge und Wahrheit oft perfekt mischen, um “im Geschäft“ zu bleiben.

Dieses Diktat macht auch oft vor kirchlichen „Verantwortungsträgern“ nicht halt. Freilich müssen sie sich fragen lassen, wem sie letztlich verantwortlich sind? Einer Masse von Menschen, die ihnen Brot gibt, oder dem allmächtigen Gott, dessen Diener sie zu sein vorgeben?! Es ist die letzte Zeit vor Jesus Wiederkunft und auch wir müssen uns stets fragen lassen, wem wir dienen und für wen wir bereit sind, alles zu geben?!

In einem Streitgespräch im Dresdner Hygiene-Museum sagte kürzlich der jüdische Publizist Henryk M. Broder aus Berlin folgende nachdenkliche Sätze. Er meinte, Christen und Juden hätten in Deutschland mittlerweile einen “weichgespülten Glauben“, der die eigene Heilige Schrift nicht mehr ernst nimmt. Dagegen verträten Muslime ihre Religion weitaus entschlossener, was sogar Atheisten beeindruckte. Die Frage, ob Christen, Juden und Moslems den gleichen Gott verehren, sei unsinnig. Das Judentum sei eine Religion des Zweifelns und Fragens -, und das Christentum sei eine Religion der Nächstenliebe geworden. Dagegen sei der Islam eine militante Religion, die von Anfang an ihren Glauben mit dem Schwert ausgebreitet habe. Es gelte heute schon „als human“, wenn eine zum Tode verurteilte Frau nicht gesteinigt, sondern nur gehängt würde. So sei ihm die „korrupte, schwächliche, ausgewaschene“ jüdisch-christliche Kultur des Abendlandes immer noch lieber als der Islam. 

Wir, die wir der Person gewordenen Wahrheit - Christus - verpflichtet sind, dürfen dieses antichristliche Spiel nicht unwidersprochen hinnehmen oder gar mitmachen. Auch wenn wir dafür leiden müssen, so haben wir doch die Verheißung Jesu, daß die Wahrheit uns frei macht und wir uns vor dem „Vater der Halbwahrheiten und der Lüge“ nicht zu beugen brauchen! Denken wir an Jesu Verheißung:

Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!  Joh. 8,31f

 

R.So. / BfdW 2010/12