Gott nahe zu sein ist mein Glück!

Psalm 73,28

 

Liebe Missionsfreunde!

Auch wenn dieses Wort nur irgendwelche Leute zur „Jahreslosung 2014“ erwählt haben, so grüße ich Euch doch alle sehr herzlich mit demselben! - Ich denke, daß der HERR hierbei trotzdem Seine heiligen Hände im Spiel hatte, denn dieses ist ein prophetisches Wort auch für uns Christen gerade unter den heutigen Bedingungen. - Uns geht es oft genug, wie dem Beter, Asaph, der den Psalm 73 niederschrieb. Auch wir haben „dennoch Gott zum Trost“, wie Israel damals! - Ja, auch wir zweifeln manchmal ebenso an Gottes Allmacht und dem guten Ende für all Seine Gläubigen, angesichts der Nöte und der Gottlosigkeit in unserer Umgebung und in der weiten Welt. - Da gibt es 100 Mio. Christen weltweit, die unter Verfolgung und Diskriminierung leiden!  Ja, sogar hier in Deutschland nimmt die subtile Verfolgung von entschiedenen Christen immer mehr zu! - Wer nur ein stiller Kirchenchrist ist und Weihnachten mal zur Kirche geht, der hat gegenwärtig noch nichts zu befürchten. Wer aber klar und deutlich in der Öffentlichkeit biblische Positionen vertritt, der muß heute durchaus mit Diskriminierung und Verleumdungen rechnen; und der erlebt sie auch. Einstige Freunde und Verwandte gehen auf Distanz zu ihm und selbst übelste Verleumdungen, wie sie die Gestapo und Stasi nicht benutzten sind kein Tabu mehr für die Feinde Gottes. - Eine Gesellschaft, die den freimaurerischen Toleranzbegriff „tue was Du willst, und jeder soll nach seiner eigenen Fasson selig werden“ zum obersten Ziel erklärt hat, duldet nicht, wenn ihr jemand pointiert die Wahrheit sagt, oder gar den alleinigen christlichen Wahrheitsanspruch in Jesus vorhält. Der christliche Glaube wird einfach zu „einem unter vielen“ erklärt, zur „stillen Privatsache“, und der christliche Wahrheitsanspruch wird „als Diskriminierung anderer“ diffamiert. - Uns, ficht heute die Gottlosigkeit genau so an, wie damals Asaph im Ps.73: „Die Gottlosen sind glücklich und werden reich - es geht ihnen wohl….“. Alle Frömmigkeit erscheint zuweilen den Gläubigen sinnlos wie damals bei Asaph. - Doch das ist nur eine kurzsichtige Betrachtung. Zeitweilig ist eben auch der Gläubige von seinem Elend so übermannt, daß es scheint, als wäre alle Gottesfurcht umsonst, und als sei es egal, ob man seine Gebete zu dem allmächtigen Gott ruft, oder in  den Wind schreit. - Denken wir nur an die Juden, die in den Gaskammern von Auschwitz, Psalmen beteten, während sie unter „Zyklon B“ starben. Oder denken wir an die Christen in Nigeria, Ägypten oder Syrien, die man in ihren Gottesdiensten abschlachtete oder verbrannte! - Kürzlich erst bekam ich Nachricht aus Indien, daß vier Hinduextremisten sich unter dem Vorwand, „mit dem Pastor beten zu wollen“, Zutritt zu seinem Haus verschafften und ihn dann sofort mit Messern und Knüppeln umbrachten. Seine Frau allein konnte noch schwer verletzt fliehen und die Nachbarn alarmieren. - All dieses stimmt gar nicht fröhlich. - „Soll es denn umsonst sein...?“ - So erhebt sich allezeit die Frage im bitteren Leid! - 14 Verse lang ist die Klage Asaphs über das Wohlleben der Gottesverächter im Psalm 73.

- Doch gerade in solchen Situationen, wo die Zuversicht wirklich am Ende ist, bedarf es des Wegs „ins Heiligtum“(P.73,17)!  In der Nähe Gottes werden die Dinge wieder klar und deutlich, die im Getümmel des Kampfes und der menschlichen Niederlagen vor unseren Augen oftmals verschwimmen. - Ja, Gott behält die Übersicht und gibt uns Anteil an Seiner Perspektive von der Ewigkeit und dem Gegensatz zur sündigen Menschheit! Diese Zeit ist eben nur „ein kurzes Schauspiel vor der uns noch unsichtbaren Welt, ohne letzte Gültigkeit“(1.Kor.4,9; Hebr.10,33)! - Die ganze Wahrheit aber zeigt uns der HERR Jesus, der unerschrocken mit Seinen „geistigen Augen“ auf die sichere Verheißung des Vaters im Himmel schaute - sogar am Kreuz! - Nur in Seiner Nähe haben auch wir deshalb das wahre und bleibende Glück - in Seiner Geborgenheit bei IHM - in diesem Leben bis zur Ewigkeit! - „Wenn ich nur Dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde. - Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachten, so bist Du dennoch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.“ - So betet Asaph aus Erfahrung beglückender Nähe Gottes - gerade in der tiefsten Not! - Niemand wird sich Not und Verfolgung wünschen. Aber wenn ein Christenleben solches erfährt, so ist das eben nicht mehr „die Superkatastrophe“, die uns zur Verzweiflung bringt, sondern die Gelegenheit, gerade dabei Gottes besondere Nähe im Heiligen Geist zu erfahren! „ICH bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende“ gilt ganz besonders in Zeiten der Trübsal und Not, eben “im finsteren Tal“(Ps.23)! - Wie viele Christen haben gerade dieses genau so erfahren und bezeugt!  Aber -

Wie nun erfahre ich Gottes Glück?

Gewiß, nicht jeder hat schon solche Erfahrung gemacht - gerade in der tiefsten Not! Des Christen Leben hat zum Glück aber auch mehr oder weniger lange „Schönwetterphasen“.  Das ist gut so! In diesen Zeiten dürfen wir uns einüben in die Dankbarkeit und bewußte Treue zu unserem Herrn. In Jak.5,13 lehrt uns der Heilige Geist: „…ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen!“ Es ist das „Muskeltraining der Christen“, in guten Tagen, Gott zu loben und zu preisen! - Wer das fleißig tut, der kann auch in schlechten Tagen zuversichtlich zum HERRN aufschauen und verzweifelt dann eben nicht!  - Die geistliche Kraftlosigkeit vieler einstmals „entschiedener Christen“ hat neben der Sünde eben auch darin ihre Ursache: Wenn wir nicht mehr „die Werke der ersten Liebe“ zu Jesus tun (Offb. 2,5), dann haben wir auch keine Kraft in der Not! Das Verhältnis zum HERRN wird dann „selbstverständlich“, selbstgefällig und nur noch „geschäftsmäßig“. Nichts „reißt uns mehr vom Hocker“, weder was man erlebt, noch was in der Bibel gesagt ist. Man bleibt eben „cool“. Die Liebe zum Herrn, die Sehnsucht nach Zeiten enger Gemeinschaft mit IHM ist  gewichen. Und so weicht auch die Freude und Kraft im Heiligen Geist. - Asaph aber bezeugt in diesem Psalm gerade in großer Anfechtung, daß Gott dennoch sein Trost - ja sogar sein Glück ist!  - Bei dem Wort „Glück“ werden wir wohl an irdische „Glücks-momente“ zuerst erinnert. Mancher denkt vielleicht, ist denn dieser Begriff wirklich angemessen? - Junge Menschen, die in ihrem ersten „Verliebtsein“ sagen, daß sie glücklich sind bei ihrem Gegenüber; eine Ehefrau, die in Treue auf ihren im Krieg vermissten Mann wartete und ihn wieder lebendig in den Armen hielt - ja, das mögen doch Glücksmomente sein!  Aber in Bezug auf Gott - kann man das denn so sagen? - Aber ja, Gott schuf den Menschen zur Fähigkeit, Glück zu empfinden! Warum sollte ER, wenn Menschen sich bewusst IHM nahen, solche Empfindungen da verweigern? - Freilich will ER nicht, daß wir bloß noch nach menschlichen Glücksempfindungen ausschauen und so vielleicht von einer „Lobpreisveranstaltung“ oder „Freizeit“ zur anderen jagen, nur um so etwas wie Glück zu empfinden! - Nein, ER durchschaut genau, ob jemand nur „Glücksgefühle“ sucht, oder wirkliche Gemeinschaft mit IHM im Heiligen Geist! - Manche Gläubigen haben den Unterschied noch nicht wirklich begriffen: Zeit mit IHM im Hören und Lesen Seines Wortes zu verbringen, im Gebet IHM alles zu sagen und dann auch zu hören, was ER leise in Seinem Wort und zu unserem Herzen und auch in der Predigt spricht, das sind Zeiten, wo wir etwas vom göttlichen Glück empfinden können! Unserem Geist, der Seele und sogar dem Leibe tut ER damit wohl! Es ist eben Glück, in Seiner Nähe zu sein!  - Petrus sagte zu Jesus: „Wohin sollten wir gehen, Du hast Worte ewigen Lebens“... (Joh.6,68)! - Wo zwei oder drei Gläubige in Jesu Namen zusammen sind, da will ER gegenwärtig sein mit Seinem Heiligen Geist, und da können wir eben auch dieselbe Erfahrung des glücklichen Petrus machen! - Sicher, es gibt auch die ganz persönliche Gotteserfahrung Seiner Nähe. „Ein Umschlossen sein von Seiner Liebe und Nähe“, die sogar mit Leib und Seele wahrgenommen wird, und die man nie mehr vergißt, die sogar ein Datum mit Uhrzeit haben kann! Dabei kann der Gläubige solche Freude und Glück empfinden, wie es von keiner menschlichen Erfahrung mehr zu überbieten ist. Solche beglückende „Sondererfahrungen“ sind aber nicht das, was wahre Christen suchen. So etwas sind sehr persönliche Zuwendungen Gottes, die meist einen speziellen Sinn von Gott her haben, die mit einer Heilung oder einer Bevollmächtigung zum Dienst verbunden sind. Immer aber sind sie im Zusammenhang mit dem lebendigen Glauben und Gebet erfahren worden und sie sind immer ganz auf Jesus bezogen.            

„Welch Glück ist‘s erlöst zu sein, Herr, durch Dein Blut!

Das heilt die Gebrechen fein, macht alles gut…,

O preist Seiner Liebe Macht…, die uns erlöst!“

- So singen wir in einem alten Choral und so drückt sich das Glück aus, das gläubige Seelen durchweht, die mit Jesus eng verbunden sind!  - Während die Steine der Feinde Gottes auf Stephanus prasselten, und er aus -zig Wunden blutete, sah er den Himmel offen und Jesus zur Rechten des Vaters sitzen! - Was für ein Gegensatz menschlicher Empfindungen (Apg.7)! - Hier wird die Perspektive Gottes sichtbar. Wir Menschen sehen nur bis zur Lebensgrenze, und es graut uns vor dem Tode. Klar, denn der ist „der letzte große Feind“, den Jesus zwar schon bezwungen hat an seinem Kreuz, doch er hat noch begrenzte Macht bis das Reich Gottes sichtbar zu uns kommt. Wir versuchen darum alles, um Tod und Leiden zu vermeiden. Und der nicht wiedergeborene Mensch ist natürlich auch bereit, notfalls seinen Glauben und Herrn zu verleugnen, wenn es wirklich um Leben oder Tod geht (siehe Petrus Mt.26,75). Aber wer die Güte und Liebe Gottes geschmeckt hat, und wem der Umgang mit IHM vertraut ist, der sieht mit seinem geistigen Auge weiter, als bis zum Horizont des Todes! - Viele Märtyrer der Vergangenheit und der Gegenwart haben das bezeugt.  So laßt uns auch weiter furchtlos Zeugnis geben von diesem wunderbaren Gott, der sich uns in Jesus offenbart hat und uns nicht als Waisenkinder zurückließ, sondern vielmehr im Heiligen Geist vertritt - bis wir Freude und ewiges Glück dauerhaft in Seiner Herrlichkeit empfangen werden!  Amen       Euer    P. R. Sorger

 

 

In Dir ist Freude, in allem Leide,

o Du süßer Jesus Christ!

Durch Dich wir haben,

himmlische Gaben,

Du der wahre Heiland bist.

Hilfest von Schanden,

rettest von Banden,

wer Dir vertrauet,

hat wohl gebauet,

wird ewig bleiben, Halleluja!

Zu Deiner Güte

steht unser G‘müte,

an Dir wir kleben

im Tod und Leben,

nichts kann uns scheiden. Halleluja!

 

Wenn wir Dich haben,

kann uns nicht schaden

Teufel Welt, Sünd‘ oder Tod;

Du hast‘s in Händen

kannst alles wenden,

wie nur heißen mag die Not.

Drum wir Dich ehren,

Dein Lob vermehren

mit hellem Schalle

freuen uns alle

zu dieser Stund. Halleluja!

Wir jubilieren und triumphieren,

lieben und loben

Dein Macht dort droben

mit Herz und Munde. Halleluja!

 

Cyriakus Schneegaß 1598