Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer...!

 

Oh, was für eine Nachricht, Ihr lieben Missionsfreunde! - Unser Herz muß eigentlich Freudensprünge machen. Trotz allem, was uns bedrückt und noch beschweren will, ist das wirklich die allerbeste Nachricht!

So? – fragt jetzt vielleicht jemand. Und er denkt an die Trümmer des Welthandelszentrums, unter dem noch tausende vermisster Menschen liegen. Oder er denkt an die verschiedenen Kriegsschauplätze auf dieser Erde, an die Wirtschaftsprobleme, an die Arbeitslosen, Armen, Kranken und Verfolgten. - Mancher denkt an sein Leben, in dem Leid, Enttäuschung und Sünde großen Schaden angerichtet haben. Was soll diese alte an jedem Weihnachtsfest immer wieder neu verkündete Botschaft aus dem Propheten Sacharja schon dran ändern?

- Wie verständlich solche Gedanken auch sind, diese Freudenbotschaft ist dennoch zutreffend und aktueller denn je.

 Ihr lieben Geschwister im Herrn, es ist eben keine weltfremde Weihnachtsschwärmerei, wenn wir die Stunde der Wiederkunft Christi jetzt viel nähergekommen spüren, als Generationen vor uns. Die heilsgeschichtliche "Uhr" scheint wirklich nun "kurz vor Zwölf" zu stehen, wenngleich auch manche Gläubige dieses schon seit über 30 Jahren als "Mitternachtsrufe" ertönen lassen. - Noch nie haben sich die endzeitlich prophetischen Vorhersagen so dramatisch erfüllt wie heute. Die ganze Welt scheint im Aufstand gegen den HERRN zu sein und noch nie hat die Gottlosigkeit sich so ungeschminkt gezeigt wie heute. Noch nie ist das Existenzrecht Israels derartig von der Völkergemeinschaft infragegestellt worden und Jerusalem als Stadt der Juden unter Beschuß geraten. Noch nie konnte eine kleine Gruppe religiöser Verbrecher die ganze Welt so terrorisieren und noch nie wurden christliche Werte selbst im Abendland so sehr verachtet, wie heute.

 Sacharjas Prophetien scheinen sich vor unseren Augen zu erfüllen. Die Freudenbotschaft der Überschrift aus Sacharja 9 ist darum auch eingebettet in lauter Gerichtsworte über Israels Feinde, was uns deutlich zeigt, daß dem Wiederkommen Jesu Gerichte vorausgehen und folgen werden. - Der Sohn Gottes ist nicht nur ein sanfter Helfer, so, wie er uns in seiner irdischen Zeit begegnete, sonder auch ein Gerechter, der bald Gerechtigkeit mit Gewalt erzwingen wird.  Das müssen wir festhalten, besonders in dieser Advents- und Weihnachtszeit, wo unserem natürlichen Bedürfnis nach Geborgenheit und Gemütlichkeit und wehmütigen Erinnerungen an Vergangenes von allen Seiten entgegen gekommen wird. Die Advents- und Weihnachtszeit ist tatsächlich eben nicht in erster Linie eine Zeit gemütlicher Beschaulichkeit, was uns die Konsumindustrie gerne einreden möchte. - Nein, wir Christusgläubige wollen in dieser Zeit besonders an Jesu Wiederkommen denken und uns darauf vorbereiten. Nicht die großen und kleinen Geschenke, nicht die Freude in der Familie oder unter Freunden sollen unser Antrieb sein in dieser Zeit, vielmehr Jesus, der aller Not mit seinem Kommen ein Ende machen wird und darum der eigentliche Grund unserer Weihnachtsfreuden und Geschenke ist.

 Mit seinem Kommen wird das herumdoktern an den Symptomen dieser durch Sünde und Rebellion todkranken Welt aufhören. Dann wird die Freude so unbeschreiblich groß sein bei allen, die Jesu Erscheinen lieb haben, daß man das Glücksgefühl nicht beschreiben können wird. Dann wird Jesus alle Tränen abwischen von den Augen seiner Kinder und alles Leid wird nicht einmal mehr erinnert werden können. Dann werden die Völker kommen, um in Jerusalem den Herrn anzubeten und aller Streit um diese Stadt wird vergessen sein. Dann werden Jesu Jünger als seine Brautgemeinde mit ihm herrschen und niemand wird mehr mit Lügen und Intrigen seinem Nächsten schaden können.  Alle Geringschätzung und Verachtung der wahren Gotteskinder wird zuende sein und sie werden hochgeachtet in Liebe und Demut als Verwalter des himmlischen Königs Jesus mitregieren.

Christian Friedrich Richter hat schon 1704 diese echte tiefe Weihnachtsfreude in einem Lied so ausgedrückt:

Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden,

wenn ER sich einst, wie ER ist, öffentlich stellt,

so werden sie mit Ihm als Fürsten der Erden

auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt;

sie werden regieren, mit Ihm triumphieren,

den Himmel als prächtige Lichter auszieren;

dann wird man die Freude ganz offenbar spüren!

 

O Jesus, verborgenes Leben der Seelen,

du heimliche Zierde der inneren Welt,

laß Deinen verborgenen Weg uns erwählen,

wenngleich uns die Schmach Deines Kreuzes entstellt: 

Hier übel genennet und wenig erkennet,

hier heimlich mit Christus im Vater gelebet,

dort öffentlich mit IHM im Himmel geschwebet!  

                                                                                     (EKG 265)

 So gesehen dürfen wir doch schon heute froh unsere Hände und Herzen zum Jubel erheben. Wir haben das große Vorrecht, als Boten des Himmelskönigs schon jetzt zu wirken und können dabei auch die Schmach des Kreuzes mit Hilfe des Heiligen Geistes ertragen. Wir sind ja zum Glück hier auf Erden keine "Waisenkinder", sondern mit dem guten Heiligen Geist versiegelt und getröstet auf den Tag unserer Erlösung. So dürfen wir mit Wort und Tat das Evangelium dieser Welt und all den angstvollen Seelen bezeugen - gerade in den Traurigkeit und Verhältnissen hier. Offenbar haben die gegenwärtig eskalierenden Weltprobleme unsere Mitmenschen wieder mehr fragend gemacht und viele suchen neu Antwort auf Lebensfragen in der Bibel. In zahlreichen Gesprächen mit Verteilern unserer "Goldenen Worte" bestätigt sich dieses. - Es ist großartig, daß viele Menschen Gottes Wort neu entdecken für ihr Leben. Welch ein Vorrecht ist es für uns, Ihr lieben Missionfreunde und Verteiler der Goldenen Worte das rettende Wort Gottes unter die Menschen zu bringen und bei Jesu großer Ernte mithelfen zu dürfen!

 Wie sehr tröstet uns auch das obige Wort von Jesus, dem Gerechten und Helfer, wenn wir an die Ungerechtigkeiten in unserer Umgebung und in der weiten Welt denken. Jesus wird kommen und einen gerechten materiellen und geistigen Ausgleich bringen für alle, die jetzt noch auf so unendlich vielfältige Weise an Ungerechtigkeit leiden. Was keiner mehr heilen kann und wo niemand mehr zu helfen vermag, das wird er wiedererstatten und ausgleichen: den verhungernden und friedlosen Afghanen, den abgetriebenen ungeborenen Kindern, den um des Glaubens willen ertöteten, verfolgten und geschmähten Kindern Gottes - all jenen wird er Gerechter und Helfer werden. Und wenn uns das Vermögen gegeben ist, schon jetzt und hier gerecht und helfend zu sein, so dürfen wir als Jesu Handlanger schon jetzt mit Helfen und Gerechtsein beginnen. Denn die Liebe zu Jesus und den Menschenseelen kann uns nicht kalt und unbeteiligt sein lassen. - Und wenn es ein freundlich angebotenes "Goldenes Wort" ist, was wir als einen Gruß des kommenden Herrn unseren Mitmenschen geben – gewissermaßen als Lichtstrahl der Ewigkeit, als Hinweis auf Jesu Gerechtigkeit und Hilfe.

Die Aufforderung "Siehe" im obigen Prophetenwort ist äußerst wichtig für uns.

 Zu Sacharjas Zeiten hörte die Juden diese Prophetenworte im geschichtlichen Umfeld des zerstörten Jerusalems und der Rückkehr aus 70-jähriger Gefangenschaft inmitten einer feindlichen Umgebung. Den Juden damals konnte bange werden angesichts der Trümmer und der lauernden Feinde im Lande. - Wir hören diese Worte in einem ähnlichen geschichtlichen Kontext. Wir als Christen in Westeuropa kommen uns heute ebenso verloren vor wie Israel damals. Wir hören zwar die frohe Weihnachtsbotschaft vom gekommenen und bald wiederkommenden HERRN, aber uns möchte bange werden, wenn wir die Feinde um uns sehen und den sich frech brüstenden Unglauben, welcher sich in unserem Land ausbreitet will wie eine Seuche. Wenn wir die latente vielfältige Bedrohung unseres Lebens und die ungewisse Zukunft der jungen Generation bedenken, so möchte uns auch der Mut sinken und wir denken nicht erst beim Einsturz des Welthandelszentrums an das Ende aller Dinge. Aber in genau diese Situation hinein ruft uns der Heilige Geist durch Sacharja zu: Erhebt eure Häupter, weil sich Eure Erlösung naht – seid nicht mutlos und voller Furcht, denn siehe, Jesus steht vor der Tür und kommt bald und sein Lohn mit ihm!

 "Siehe", - das heißt damals wie heute – sieh weg von allem was Dich angstvoll und mutlos machen will!  "Siehe", - das heißt, blicke auf Jesu Verheißungen; wenn er sagt, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende, – Himmel und Erde werden zwar vergehen, aber meine Worte nicht! - Das Schönste kommt noch – aber ganz gewiß! –

 Wenn unsere ungläubigen Mitmenschen sich vor der Zukunft fürchten, so dürfen wir durch den Heiligen Geist getröstet ihnen zurufen: "Siehe, dein König kommt, ein Gerechter und ein Helfer...!" Als Leute, die der Herr von der Knechtschaft der Todesfurcht und Sünde befreit hat, sind wir voller Mut und Zuversicht, weil der HERR alles gut machen wird, wenn er kommt. Als von Sünde, Tod und Teufel Befreite dürfen wir einer angstvollen, um ihre Vergänglichkeit trauernden sündigen Welt bezeugen; Jesus lebt und kommt bald – lasst euch durch ihn mit Gott versöhnen!  - Er kam in die Welt, gab sein Leben aus Liebe zu uns in den Tod und errettete so alle, die aus Angst vor dem Tod ihr ganzes Leben Knechte der Sünde waren. Darum, tut Buße und laßt euch versöhnen mit Gott, so werdet auch ihr Ewiges Leben haben und die Kraft des Heiligen Geistes empfangen! - Dies ist das ganze Evangelium in zwei Sätzen. Das ist die Botschaft von Advent, Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten zusammen. Das ist unser Trost, unsere Freude und unsere Kraft, gleichwie auch unsere persönliche Situation sein mag!

 Ihr lieben Missionsfreunde, so grüßen und trösten wir uns gegenseitig in dieser Advents- und Weihnachtszeit und gehen auch fröhlich unserem Herrn entgegen in das neue Jahr, indem wir freudig in das alte Adventslied einstimmen:

Komm, o mein Heiland Jesus Christ,

meins Herzens Tür dir offen ist;

ach zieh mit deiner Gnaden ein,

dein Freundlichkeit auch uns erschein. 

Dein Heilger Geist uns führ und leit

den Weg zur ewgen Seligkeit.

Dem Namen dein, o HERR,

sei ewig Preis und Ehr!

                                   Georg Weißel 1623

Gottes reichen Segen wünscht im Namen aller Mitarbeiter des Missionswerkes

Euer Pastor R. Sorger.