Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unsres Retters, erschien…!  Titus 3,4-6

 

Ihr lieben Missionsfreunde,

in dem obigen Wort „Freundlichkeit“ steckt ganz natürlich auch das Wort „Freund, und Freude“, weil Gott selbst uns in Jesus so freundlich entgegenkommt. Darum hat Weihnachten selbstverständlich etwas mit der Freude zu tun! - Freude gehört so ganz unstrittig zum Wesen unseres Christseins, wenn es echt ist! „Ich verkündige euch große Freude“, sagt der Engel den Hirten auf dem Feld von Bethlehem. – Wir sind wegen Jesu „froher Botschaft“ zu frohen Christenmenschen geworden! Freude ist nun durch den Heiligen Geist unser ständiger Begleiter. - Die ganze Bibel bezeugt das an vielen, vielen Stellen! „Freut euch, in dem HERRN allezeit! Und abermals sage ich, freut euch!“(Phil.4,4) - Gewiß, Traurigkeit gehört gelegentlich auch zu unserem Leben. - Wenn wir etwa einen lieben Menschen verlieren, wenn wir sehen, wie unsere Mitbrüder und Schwestern im Glauben nicht in den Wegen Gottes gehen, wenn wir sehen, wie das Unrecht in der Welt überhand nimmt, wenn wir erleben, wie sogar unsere Kinder und Freunde durch falsche Leute und Lehren dem Herrn und auch uns selbst entfremdet werden, - usw. -  Doch im Wesentlichen werden wir als wiedergeborene Christen vom Evangelium geprägt und nicht von den Trübsalen, die uns begegnen. Darum heißt dieses Wort „Evangelium“ übersetzt auch „Frohbotschaft“!

- Bei allem, was uns auf dieser Erde immer wieder niederdrücken will, wollen wir das nicht vergessen: Wir haben einen Herrn, der Sieger ist, über Sünde Tod und Teufel; und der kommen wird, Sein Friedensreich zu errichten, ja, der letztlich uns als die Seinen zu sich nimmt! Weltfinanzkrise, fortschreitender Verfall unserer abendländischen Zivilisation, sogar unsere eigene Vergänglichkeit, all dieses kann die Freude über unsere Gotteskindschaft nicht auslöschen! - Jesus hat uns erlöst von allem Übel, auch wenn wir noch mitten in dieser verkehrten Welt leben und zuweilen leiden müssen!

- Die großen christlichen Feiertage wollen und sollen uns daran besonders erinnern; weshalb wir auch bald wieder Weihnachten feiern. - Gelegentlich erhalten wir zwar Hinweise mit der Meinung, „daß Weihnachten, Ostern und auch Pfingsten nicht nach der Bibel als zu feiern befohlen sind, und daß diese Feiertage sich mit Terminen alter heidnischer Feste decken.“ - Doch das alles wissen wir wohl, trotzdem freuen wir uns weiter über Jesus und Sein Heil! Wir antworten auf solche Einwände ganz freundlich, daß wir nur aus Freude über Gott, unseren Erlöser, jährlich diese Feste feiern und andere Menschen darum auch aus Freude beschenken. Dankbar und glücklich denken wir dabei an Jesu Kommen in die Welt, an unsere Erlösung am Kreuz von Golgatha mit Seiner sieghaften Auferstehung und an die Ausgießung des Heiligen Geistes, durch den die Gemeinde Jesus gegründet wurde! - Nichts anderes wird also von uns gefeiert! - Und tatsächlich paßt jedes feierliche Gedenken ja nur in die 365 Tage eines Jahres hinein! - Daß die Heiden an jedem Tag auch irgendein Fest feiern, soll uns darum nicht abhalten, dankbar der Heilstaten unseres Erlösers zu gedenken!!! - Wir verkündigen damit Jesus, den Retter unseres und ihres Lebens!!! Auch lassen wir uns nicht irre machen vom alljährlichen Weihnachtsrummel unserer westlichen Konsumgesellschaft. - An die Freude und Freundlichkeit unseres Gottes muß trotzdem öffentlich erinnert werden! Das darf  nicht vergessen und auch nicht mit frommen Worten in Abrede gestellt werden; bis unser Herr selbst sichtbar kommt!!!

 

Ein Christentum, das keine Freude über seinen Herrn zeigt, ist in Wahrheit auch unfähig, Jesu Evangelium der Welt zu bezeugen! Wenn es bei uns oder in einer Gemeinde das ganze Jahr so traurig zugeht, wie auf einer Beerdigung, dann fehlt nicht nur die Freude und Jesu Gegenwart im Heiligen Geist, sondern letztlich Jesus selbst. Denn:

„Als die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unsres Retters, erschien, hat Er - nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern nach Seiner Barmherzigkeit - uns gerettet durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geistes, welchen Er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsren Retter…!“   Titus 3,4-6

Dieser Satz ist das ganze Evangelium - perfekt von Paulus zusammengefaßt! - Es ist Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten in einem Satz!  Das ist Freude pur! - In einem alten Weihnachts-Choral heißt darum auch der Refrain:

„Freude, Freude über Freude, Jesu wehret allem Leide, Wonne, Wonne über Wonne, Christus ist die Gnadensonne!“

- Ihr lieben Missionsfreunde, das kann die gottlose Welt von sich aus nicht wissen. - Sie muß es durch uns erfahren, was es heißt:

„Welch’ Glück ist es, erlöst zu sein, Herr, durch Dein Blut…!“

  Kürzlich war ich auf einem Kongress für verfolgte Christen. Dort berichtete auch ein alter Missionsinspektor von Christen aus Ländern, in denen Mission bei Todesstrafe verboten war und z. T. noch ist. Er bekannte, daß er oft hin und her gerissen ist, wenn er Christen begegnete, die dennoch voller Freude Jesus in ihrem Land offen bekennen. Er fragte sie oft, was denn ihr größter Wunsch sei, und ob sie denn keine Angst hätten? Sie antworteten ihm meist, daß sie dringend Bibeln brauchten, weil Gottes Wort ihnen selbst das Heil und Leben gebe und sie das weitergeben möchten. Mit Sorge um ihr Leben fragte er dann stets, ob er sie denn mit diesen Bibeln nicht selbst in Lebensgefahr bringe, wenn sie mit diesen gefaßt würden?! Immer erhielt der Missionsinspektor die Antwort: „Er solle ganz unbesorgt sein wegen ihres Lebens; das sei sowieso ganz in Gottes Hand!“ - Solch tiefer Glaube und derartige Antworten haben ihn immer tief beschämt, wenn er dann an seine europäischen Missionare dachte, die er oftmals wegen „Burnout“ oder wegen anderer menschlicher Konflikte vom Missionsfeld zurückziehen muß. Immer wieder hörte er von diesen verfolgten Christen in Asien und Afrika:

„Schickt uns aus Europa Missionare, aber nicht solche, die zurückfliegen, wenn es schwierig wird, sondern solche, die bereit sind, mit uns zu leiden und notfalls auch zu sterben!“ – Diese verfolgten Geschwister haben genau jene von Paulus beschriebene Freude im Heiligen Geist in sich, mit der sie sogar Folter und Tod ertragen können. Denn sie wissen, daß auch der Tod sie nicht aus der Hand ihres Retters Jesus reißen kann!

– Wenn wir uns heute oftmals die christlichen Büchertische und Kataloge in der Adventszeit anschauen, mit all ihrer Vielzahl von weltlichen und psychologischen Selbsthilfetipps für den Glaubensalltag, und diese dann mit dem einfachen biblischen Glaubensleben der Urchristenheit und jener verfolgter Christen in Asien und Afrika vergleichen, dann merken wir deutlich, warum uns die durchschlagende und lebensverändernde Freude abhanden kam.

- Wir müssen ganz neu lernen „zu glauben, wie die Schrift sagt“ und nicht bloß so, wie es die vielen humanistisch gelehrten und hochgebildeten Bücherschreiber uns heute verkaufen wollen!

Die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes hat einen Namen, und der heißt Jesus Christus! Seine Innewohnung im Heiligen Geist, die gibt uns Weisheit, Freude und Durchblick für jede Lebenssituation, daß wir dem Herrn stets nachfolgen können, es sei in guten Zeiten, oder in schlechten! - Wenn der Herr in uns wohnt, dann wird ER auch in unserem Leben mit Weisheit und Freude widerstrahlen!

Menschen, die durch „das Bad der Wiedergeburt im Heiligen Geist“ gegangen sind, wissen, wovon sie gereinigt wurden und wie sie der Heilige Geist erneuert und erfreut. Sie wissen um ein „Davor und ein Danach“! - Von einer „unbewußten Wiedergeburt bei der Säuglingstaufe“ in volkskirchlichen Verhältnissen, bei der man schon als Kleinkinder, quasi, wie mit einer Schluckimpfung, zum „wiedergeborenen Christen“ gemacht wird, davon wußte Paulus noch nichts. Zwar hat sich diese Lehre seit dem 4.Jahrhundert im Lauf der ganzen Kirchengeschichte gar nicht bewährt, dennoch findet sie auch heute noch zahlreiche Anwender. - Doch selbst den Reformatoren kamen schon Zweifel an der Richtigkeit dieser „Taufwiedergeburts-Lehre“ und sie führten schnell noch „die Konfirmation“ ein, bei der das persönliche Bekenntnis der Täuflinge zu Jesus mit der Bitte um den Heiligen Geist noch nachgeholt wurde. – Aber Gott ist, wie Paulus oben schon sagt, barmherzig, und ER hat trotz dieser problematischen Praxis, viele Menschen dennoch zum persönlichen Glauben kommen lassen und sie mit Seinem Heiligen Geist nachträglich erfüllt. - ER ist der Barmherzige und kann sogar noch aus krummen Wegen nachträglich gerade machen und den Aufrichtigen Erneuerung im Heiligen Geist schenken! Seine Gnade und Freude wiegt einfach viel schwerer, als alles, was menschlicher Eigensinn, Sünde, Tod und Teufel anrichten konnten!

- Martin Moller(1587) formulierte die wunderbare bleibende „Weihnachts- Oster- und Pfingst-Freude“ unter anderem mit folgenden Worten so:

 

„Wenn ich in Nöten bet’ und sing’,

dann wird mein Herz recht guter Ding’.

Sein Geist spricht, daß solches frei,

des Ewgen Lebens Vorschmack sei!“

 

Nun steht jeder von uns vor der Frage, was ist von der Freude über das Kommen Jesu in die Welt noch bei mir geblieben? Hat sie abgenommen mit den Jahren, in denen ich älter und älter wurde? Haben die Enttäuschungen und Verluste unseres Lebens die Jesusfreude aufgezehrt, oder ist es so geworden, wie es Paulus gegen Ende seiner Wirksamkeit sagt:

„Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.“(2.Kor. 4,16) - Wenn die Freude im Heiligen Geist nachgelassen hat, wenn der Kummer, die Gebrechen des Alters oder Deine unbekehrten Mitmenschen dir die Freude dämpfen wollen, dann gib heute ganz neu Dein Leben hin an Jesus, der Sein Leben für Dich gab! Schaue nicht auf die bedrückenden Umstände und Menschen, sondern auf Deinen Heiland, der Dich liebt und der genug Gnade hat für jeden, der zu Ihm kommt! Wenn Du das tust, dann empfängst Du neu die Weihnachtsfreude, die allein ihren Grund in Jesus hat, die bleibt und die Dich bis zum Ziel begleiten will durch den Heiligen Geist! Dann wirst Du auch Kraft und Freude haben, anderen von dieser Freude abzugeben und von ihrem Grund weiter zu sagen! Dazu segne Dich, der Herr reich in dieser Zeit!  

 

Jesus, wie soll ich Dir danken,

ich bekenne daß von Dir

meine Seeligkeit herrühr;

so laß mich von Dir nicht wanken;

nimm mich Dir zu eigen hin,

so empfindet Herz und Sinn

Freude, Freude über Freude:

Christus wehret allem Leide.

Wonne, Wonne über Wonne:

Christus ist die Gnadensonne!“

Christian Keimann 1645

 

Im HERRN und Seinem Dienst verbunden grüßen wir alle herzlich aus dem Missionshaus in Sulz!  Euer R. Sorger, Missionsleiter