Charles Spurgeon zur Heiligung:                             .                                                  

Wenn jemand aus der Welt in eine Gemeinde kommt (sei es eine Baptisten, Brüder- oder eine….- Gemeinde) und erlebt wie alle gemeinsam singen, wie einige Gläubige inbrünstig beten und wenn er sich dann die Predigt anhört, gewinnt er den Eindruck, ein Stück Himmel betreten zu haben. Er/sie begreift, was der Herr Jesus zu ihrer Erlösung getan hat und nimmt ihn in sein Herz auf und erlebt eine echte Bekehrung, Wiedergeburt. Die unmittelbare Folge davon ist die Freude über die Erlösung, die erste Liebe und ein reiner, gottgefälliger Lebenswandel. Doch später merkt dieser Mensch, dass auch die Gläubigen, die Mitglieder jener Gemeinde, schlecht übereinander reden, streiten, lügen und betrügen. Er ist zunächst entsetzt und fragt: „Wie denn, gibt es auch unter den Frommen solche Missstände?" Worauf man ihm antwortet: „Mein Lieber, in dieser Welt kann eben niemand heilig sein! Wir alle haben Fehler und begehen Fehler. Doch wenn wir um Vergebung bitten, ist der Herr gütig und vergibt uns". Der neu bekehrte Mensch erlebt einen Schock. Einige sind dermaßen enttäuscht oder entsetzt, dass sie in das weltliche Leben zurückkehren. Andere wieder, verlieren lediglich ihren Eifer für ein reines Leben und akzeptieren die Tatsache, dass es keine allzu große Tragödie ist, wenn sie selbst auch wieder beginnen zu lügen, zu streiten, zu betrügen u.s.w. Sie müssen eben nur Buße tun und um Vergebung bitten, auch wenn sie mit diesen sündigen Dingen fortfahren. Selbstverständlich nehmen sie weiter an den Versammlungen und den üblichen Aktivitäten der Gemeinde teil. Versuchen wir nun zu ergründen, was sich auf geistlicher Ebene in einem solchen Fall abspielt!

Das Neue im Leben des Bekehrten ist seine persönliche Beziehung zu Gott, die auch weiter wachsen muss. Die Freude über die Erlösung entsprang dieser lebendigen, realen Beziehung. Genau das war es, was seinem geistlichen Leben neuen Inhalt gab. Wir wissen aber aus vorher zitierten Bibelstellen, dass wir Gemeinschaft haben mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist nur solange wir im Licht wandeln. Sobald wir anfangen zu lügen, zu betrügen, zu lästern, betrüben wir den Heiligen Geist. Epheser 4,25-32 und 5,1-6 

Die Sünde trennt uns von Gott nicht nur vor der Bekehrung sondern auch danach! Ein Mensch, der sich „angepasst" hat, der gelernt hat, Kompromisse einzugehen und die Sünde in seinem eigenen Leben zu tolerieren, hat dadurch den Heiligen Geist betrübt. Er hat die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn verloren. Durch den Verlust der Lebensfülle, der Inhalt gebenden Gemeinschaft, fällt dieser Mensch in seinen ursprünglichen Zustand der geistlichen Leere zurück. Die erste Liebe erlischt und die Freude über die Erlösung verblasst. Bibellesen und Gebet sind nicht mehr attraktiv, weil die Gemeinschaft mit Gott blockiert ist. Ein solcher Mensch ist zunächst von Panik ergriffen, doch er lernt schnell mit dieser inneren Leere umzugehen, ohne jemanden davon ein Wort zu erzählen, vielleicht ohne sich selbst die Wahrheit einzugestehen. Er redet auch weiterhin fromm daher und nimmt auch sonst am Leben der Gemeinde teil, doch das alles sind jetzt leere Formen, ohne Inhalt (soweit Charles Spurgeon).

Luther sagte schon; „...wenn du nicht heilig werden willst, dann willst du eigentlich gar nicht Christ sein!“ - Wir wollen aber Jesus gefallen!    BfdW