Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von einem jeden Wort aus dem Mund Gottes. Mt. 4,4

 

Ihr lieben Missionsfreunde,

wir grüßen Euch in diesem neuen Jahr, in dem Namen unseres Herrn Jesus! Auch wenn 2009 mit einer veritablen weltweiten Krise begonnen hat, so behält doch unser Herr den Sieg und ER wird in Herrlichkeit kommen, um Sein Reich zu vollenden!  Die Welt klagt, jammert und tobt, aber wir dürfen unsere Häupter erheben, weil sich unsere Erlösung naht. Das letzte endzeitliche Szenario schiebt sich zwar nun auf der „Weltgeschichtsbühne“ zusammen, doch wir sollen uns nicht deswegen entsetzen (Lk.21,28). Alle Welt ruft nach einem starken „Helfer“, der die Probleme der Menschheit endlich löst. Das konnten wir erstaunt wieder bei der Wahl des neuen amerikanischen Präsidenten beobachten, doch wir wissen, daß dieser auch nur ein sterblicher Mensch ist, der all den Erwartungen auch nicht entsprechen kann. Ein neuer „Brotkönig“, das ist es was die Welt begehrt und worauf all die verschiedenen Völker sich einigen könnten; - der Frieden schafft in und zwischen allen Völkern, Religionen, Kulturen, und am besten jedem das verspricht, was er sich gerade wünscht. Wenn wir auf die Menschheitsgeschichte sehen, dann erinnert sie uns an verschiedene Personen der letzten Jahrhunderte, die auch von solchen Erwartungen lebten und jeweils ein Weltreich aufzurichten versuchten, in dem alle zufriedengestellt werden sollten. - Wir wissen, was jeweils daraus geworden ist und wie diese Versuche endeten. - So beten wir zwar für alle gutwilligen Politiker, daß sie sich durch Gottes Geist leiten lassen mögen und so Gottes Willen geschehe zum Wohl der Menschen, aber wir wissen auch um ihre Begrenztheit aller politischen Vorhaben und um das Kommen des Antichristen. Die Heilige Schrift verheißt ja für die letzte Weltzeit zunehmende Krisen und Friedlosigkeit unter den Menschen. Aber gerade in diese Lage hinein gibt der HERR uns Trost und Zuversicht!  - Was es jedoch für einen Familienvater bedeutet, wenn er wegen der Finanz– und Wirtschaftskrise seinen Broterwerb verliert, oder was es z.B. für eine irakische Familie bedeutet, die wegen brutalster Christenverfolgung Hab und Gut samt ihrer Heimat verliert und flüchten muß, das können wir nur erahnen! - Und doch kann das der HERR uns zumuten, weil wir immer noch in dieser nach Erlösung seufzenden Welt leben. Wir sind wohl Seine Kinder, aber eben nicht immer aller Nöte dieser Welt enthoben! Das erfuhren schon die Kinder Israel in der Wüste, als Gott sie dort prüfte. Mose sagte es so: „ER demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit Manna, das weder du noch deine Väter gekannt hatten, um dir kundzutun, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern daß er von allem dem lebt, was aus dem Munde des HERRN geht“ (5.Mo.8,3). - So mutet es der HERR uns eben auch gelegentlich zu, unter den Bedingungen dieser sündlichen und erlösungsbedürftigen Welt zu zeigen, daß der Mensch wirklich nicht allein vom Brot der Erde lebt, sondern viel mehr von einem jeden Wort Gottes! Mancher von Euch, Ihr lieben Missionsfreunde, hat dieses und jenes schon durchlebt oder erlebt es noch; und hat dabei dennoch erfahren, was das Wort Gottes für eine stärkende und kräftigende Speise ist. Jesus sagte nicht umsonst schon Seinen Jüngern, als sie ihn aufforderten, Nahrung zu nehmen: „ICH habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt (Joh. 4,32)!“ - Freilich bedeutet das für uns nicht, daß wir die Gabe des täglichen Brotes mit allem, was dazu gehört, verachten sollen. Betet doch unser Herr Jesus selbst: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ - Nein, wir freuen uns über alle nötigen Gaben des Lebens, die wir empfangen oder selbst erarbeiten können. Kommt doch jede gute und vollkommene Gabe auch von Gott, auch wenn sie in der Natur wächst oder von Menschenhand gegeben und bereitet wird. Gott selber gibt ja das Vermögen und die Kraft, alles zu tun!  Wie wunderbar der HERR an und durch Seine Kinder handeln kann, das haben wir wieder kürzlich erlebt: Im November bekam auch unser Werk die Krise zu spüren, so daß wir nicht einmal wußten, wie wir den fälligen Lohn für die wenigen  angestellten Mitarbeiter zahlen sollten. Kaum hatten wir dem Herrn im Gebet die Lage geschildert und um Seine Hilfe gebeten, so ließ Er unser Spendenkonto durch liebe Glaubensgeschwister so voll werden, daß wir nicht nur alle fälligen Zahlungen tätigen konnten, sondern auch noch neue Bibel-Projekte für Afrika in Angriff nehmen können. So kann der Herr selbst in der Krise helfen! Doch wir wissen auch um andere Situationen und wir hüten uns vor den Behauptungen eines sogenannten „Wohlstands-Evangeliums“, bei dem irregeführte Christen schwärmerisch behaupten, daß es ihnen immer gut gehen müsse, wenn sie nur recht glaubten und beten. - Nein, wir wissen aus der Hl. Schrift und auch aus dem Glaubenszeugnis vieler Christen, daß es ganz anders sein kann. Und trotzdem ist der Herr bei den Seinen mit Seiner Hilfe und dem Trost des Heiligen Geistes! - Im Hebräerbrief wird uns von vorbildlichen Gläubigen berichtet: „Sie wurden gesteinigt, ver-brannt, zersägt, erlitten den Tod durchs Schwert, zogen umher in Schafspelzen und Ziegenfellen, erlitten Mangel, Bedrückung, Misshandlung; sie, derer die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in Höhlen und Löchern der Erde. ….Darum auch wir, weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so wollen wir jede Last und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer die ´Rennbahn´ durchlaufen, welche vor uns liegt, im Aufblick auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher für die vor ihm liegende Freude, das Kreuz erduldete, die Schande nicht achtete und sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat“(Hebräer 11,37-12,2). - Dieses kräftige Gotteswort, welches vermutlich von Paulus stammt, ist ein starker Ansporn für uns, trotz Krise und allem, was da noch gemäß biblischer Vorhersage auf uns zu kommt!  Wir wissen, daß wir letztlich nicht von den Dingen dieser Welt abhängen, sondern diese nur so gebrauchen müssen, daß wir mit ihnen etwas  „zum Lobe Gottes sind“, und wo immer es möglich ist, wir durch die Güter des Lebens noch andere Menschenseelen mit auf den Weg zum Himmel nehmen. Das ist unsere größte Freude; und hierbei fällt noch so viel irdisches Vergnügen für uns selbst ab, wenn Gott will, daß wir letztlich sagen können, wir haben bei Jesus immer „volle Genüge“ gehabt! - So wie es einst die Jünger Jesu bezeugten, auf die Frage des Herrn: „Ich habe euch immer losgeschickt, ohne Schuhe, ohne Beutel, habt ihr je Mangel gehabt?“ - Nie keinen - war die Antwort der Jünger damals (Lk.22,35). Wenn wir bedenken, wie wenig die Jünger Jesu damals mit sich trugen und wie reich beschenkt sie durch die Gegenwart des Herrn waren, der ja selber das lebendige Wort ist, dann wird uns klar, worauf es in ihrem Leben wirklich ankam. Die Menschen heute in Deutschland und Westeuropa meinen, sie müßten erst so vieles haben, bevor sie eine „Lebensgrundlage“ hätten; um eine Familie zu gründen oder um Kinder zu haben usw. Unsere Afrikanischen Glaubensgeschwister zum Beispiel, müssen mit so wenig Gütern des Lebens auskommen, daß wir uns ein glückliches Leben unter ihren Bedingungen gar nicht recht vorstellen können, und doch sind sie als Christen auch mit wenigem im Herrn glücklich. Ein Pastor, der eine bescheidene Hütte hat, eine Frau und zwei Kinder, einen Sonntagsanzug, Essen und Trinken, und seine hochgeschätzte Bibel, der ist ein glücklicher Mensch. Während in Europa Tausende von Millionären in Sorgen und Unzufriedenheit leben und um ihre Zukunft bangen. Hier wird deutlich, wovon der Mensch  in Wahrheit abhängt! Insofern hat die Finanz-und Wirtschaftskrise für uns in Westeuropa auch eine heilsame Komponente. Sie zeigt uns nämlich, daß eine ständig auf Wachstum und mehr Konsum getrimmte Gesellschaft, bisher nicht nur auf Kosten Anderer ihre Ökonomie baute und daß dieses, wie alles in der Welt, auch einmal auf Grenzen stößt. Die grenzenlose Habsucht hat unser Wirtschaftssystem in die Krise gebracht und zeigt dem puren Materialismus, wie er auf Lüge und Trug spekuliert hat. - In New York sollen die Kirchen inzwischen wieder voll sein, mit arbeitslosen Bankern und Managern. „Buddha“ und alle „Manager-Erfolgs-Esoterik“ konnten nicht helfen. Nur Jesus vermag den Menschen wieder auf ein festes Fundament zu stellen! Welch´ eine Chance für uns Christen heute, jetzt ganz neu zu bezeugen, daß nicht das Öl, nicht der Aktienkurs und die Dividende „der Treibstoff des Lebens“ sind, sondern ein jedes Wort Gottes! Jesus sagt: „….Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, büßte aber seine Seele ein?! Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse?!“(Matth.16,26) - Solange es in Westeuropa wirtschaftlich nur immer „bergauf“ ging, ließen sich die meisten Menschen vom trügerischen Wohlstand blenden und vom Nachdenken abhalten. Jetzt wankt all das, worauf man sich einst verließ, wofür man Gott vergaß, und womit man sein Leben bis ins Alter abzusichern gedachte. Wie ein Rettungsseil in die Flut geworfen, so kann da das Wort Gottes heute immer noch wirken! - Nutzen wir darum auch diese Krise um den Menschen zu bezeugen: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort Gottes! So manchem unserer Zeitgenossen muß erst der Mammon wegschwimmen, bevor er seine Götzen gegen den wahren Gott eintauscht! Das griechische Wort „Krisis“ heißt Entscheidung; - welch ein segensreiches Wortspiel! Die Not will Menschen zur Entscheidung anregen, zur Entscheidung für das Brot des Lebens - Jesus Christus, das lebendige Wort - „denn in IHM leben, weben und sind wir….“(Apg.17,28). Als Seine Diener wollen wir darum auch wirken und austeilen von dem lebendigen Wort Gottes, „solange es noch Tag ist“ und wir wirken können! Dazu segne und helfe Euch und uns der gütige Herr!  In Jesus verbunden grüßt Euch, auch im Namen aller Mitarbeiter,         Euer Pastor Reinhard Sorger!

 

O Herr Jesu, mein trautes Gut,

Dein Wort, Dein Geist,

Dein Leib und Blut

mich innerlich erquicken.

Nimm mich freundlich

in Dein Arme,

Herr erbarme

dich in Gnaden!

Auf Dein Wort

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Philipp Nicolai 1599