ICH will dich auswählen als Diener und Zeuge…,

um ihnen die Augen zu öffnen, daß sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt Satans zu Gott, um zu empfangen Vergebung der Sünden und das Erbteil samt denen, die geheiligt sind durch den Glauben an Mich. So spricht der Herr Jesus Christus.  Apg. 26,17f 

 

Ihr lieben Missionsfreunde!

Wieder liegt Ostern hinter, und Pfingsten vor uns! Und manchmal fragen wir, wozu diese beständige Erinnerung „alle Jahre wieder“?! - Aber wenn wir richtig hinsehen, merken wir, nicht etwa unsere Lebensjahre werden damit heruntergezählt, sondern wir erkennen die Auffrischung unserer eigenen himmlischen Berufung als Christen. Das obige Wort, welches Paulus als ein Wort des erhöhten Christus vor Damaskus bei seiner Bekehrung und Berufung zum Apostel zitiert, führt uns dieses auf wunderbare Weise vor Augen: Hier muß sich Paulus als Langzeitgefangener vor einem Römischen Statthalter und einem jüdischen Vasallenkönig wegen seines Glaubens und Wirkens verantworten. Trotz jahrelanger unschuldiger Gefangenschaft ist bei ihm keine Spur von Verbitterung oder Anklage zu merken. Mit einem vollkommenen Satz skizziert der große Heidenapostel den universellen Auftrag seines Herrn und Heilandes: Er ist auserwählt als göttliches Werkzeug und Zeuge für das Heil Gottes in Jesus. Von nun an soll das Heil in Jesus nicht mehr nur den Juden gelten, sondern allen Nationen! Der blinde verstockte Gesetzeseiferer wird von dem Sohn Gottes hier persönlich belehrt und zum Heidenapostel berufen. Aus dem Saulus wird ein Paulus; dem fanatischen Christenverfolger, ein im Heiligen Geist glühender Christen-Apostel, der gegenüber seiner Gotteskindschaft fortan alle Gesetzesfrömmigkeit für Kot ansieht, wenn er an die herrliche Gegenwart des Herrn im Heiligen Geist und die kommende himmlische Wirklichkeit seines Lohnes bei Christus denkt.

Wie ist das für uns heute faßbar?

Mit dem obigen Satz des Herrn Jesus will es uns neu aufleuchten: Wie auch bei Paulus, so begann unser verborgenes neues Leben in Christus mit Seiner wunderbaren Berufung: „Ich will dich auswählen…!“ Freilich, so, oder so ähnlich, haben wir es zwar schon oft gehört und haben es auch mehr oder weniger dankbar bejaht. Aber viele haben sich so sehr daran gewöhnt, „Auserwählte Gottes“ zu sein, daß sie es dabei belassen. Doch die grundlose, allein auf Liebe und Barmherzigkeit beruhende Erwählung des Gottessohnes hat auch einen „Folgeauftrag“ für die Geretteten! Paulus wurde auserwählt und zugleich als Diener und Zeuge Jesu berufen. Jesus Christus beschlagnahmte ihn buchstäblich mit seiner Erwählung zum  Apostel und machte ihn zum Boten an Seiner Statt. Ähnlich ist es auch mit Deiner und meiner Berufung! Auch wenn wir uns des Unterschieds zwischen dem Apostel und uns heutigen Christen bewußt sind, so bleibt doch das Wesentliche gleich: Paulus hatte als Diener und Zeuge Jesu den Auftrag, mit dem Evangelium von Jesus den Menschen die Augen aufzutun, d.h., sie von ihrer geistlichen Blindheit mit dem wunderbaren Evangelium zu heilen. - Ich denke oft, wenn ich meine gottlosen und „halbbekehrten“ Mitmenschen sehe, wie sie in ihren  Sünden und schlimmen Verirrungen und in ihrer Gottesferne mir Tag für Tag begegnen, daß es wohl nie eine Zeit gegeben hat, in der diese Wahrheit mehr verständlicher und sichtbarer war als eben heute. Jesus hat uns ebenso wie Paulus berufen und mit dem Evangelium betraut, um ihnen die Augen zu öffnen, daß sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt Satans zu Gott.“ - Das Wort Gottes bezeugt uns, daß all die Menschen, welche das Evangelium willentlich ablehnen auf ewig in dem Feuersee landen werden (Mk.16,16; Offb.20,15). Deshalb kann uns nur herzliches Erbarmen ergreifen, wenn wir sie sehen und  es kann uns nur erfinderisch machen, sie mit dem Evangelium zu konfrontieren. Selbst bei flüchtigen Begegnungen im Supermarkt, kann man oft nach wenigen freundlichen Worten noch ein „Goldenes Wort“ als „Oster– oder Weihnachtsgeschenk“, oder als „Souvenir“ weitergeben. Selten wird ein solches zurückgewiesen, und es ist doch das ganze Evangelium in Kurzform. - Leute, die besonders tief in Sünden verstrickt waren, und die der Teufel fast umgebracht hätte, die dann durch einen Boten so zu Jesus fanden, können die Wirkung des göttlichen Rettungsauftrags ganz persönlich und glaubhaft bezeugen. Ihr neues Leben mit dem Herrn ist für sie und Andere besonders augenfällig! Jesus  macht noch heute Menschen von schwerster Besessenheit und Sünde frei! Leute, die okkult gebunden oder in schwerer Sucht gefangen waren, werden durch das Evangelium von Christus ebenso froh und frei, wie es zu Zeiten des Neuen Testaments geschah. - Jesus ist derselbe; gestern, heute und in Ewigkeit (Hebr.13,8)!  Was sich geändert hat, ist der Glaube vieler Christen! Sie haben sich „vom Glauben, wie die Schrift sagt“(Joh. 7,38), verabschiedet und sich im Namen einer fälschlich sogenannten „Aufklärung“ pseudowissenschaftliche Erklärungen und „Therapien“ andrehen lassen. Die Augen der Ungläubigen mit dem Evangelium für die heilbringende Wahrheit zu öffnen, das ist etwas ganz anderes, als etwa Theologie, Psychologie oder Bibelkunde studiert zu haben und sich nun wissend zu wähnen! Nur in der Vollmacht Jesu, also im Heiligen Geist, kann ein Bote dieses „Sieh doch, blicke auf!“ so sagen, daß wirklich „die Augen des Herzens“ aufgehen für Jesus, daß ER als „das Lamm Gottes“ erkannt wird, welches der Welt Sünde hinwegträgt! (Jes.53) - Es ist und bleibt kein Menschenwerk, wenn sich Leute vom Unglauben hin zu Jesus wenden, sondern ein geheimnisvolles Handeln Gottes, bei dem zwar Seine Diener beteiligt waren, aber dennoch nichts selber vollbrachten. „Bekehrt sein von der Finsternis zum Licht, von der Macht des Satans zu Gott, Vergebung der Sünden zu empfangen und das Erbteil unter den Geheiligten durch den Glauben an Jesus zu haben“, das bedarf so unendlich viel mehr, als es eine noch so geschickte und weise Predigt ausrichten könnte! Und trotzdem sind die Boten und Zeugen immer beteiligt, weil der HERR ohne sie nichts tun will. Deshalb gilt auch der Missionsbefehl eben nicht nur den Aposteln sondern auch allen, die durch ihr Zeugnis zum Glauben an Jesus kamen und noch kommen werden. Jesus sagte „Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für jene, welche durch ihr Wort an Mich glauben werden.“ Joh.17,20 - Wie handgreiflich real das noch heute gehen kann, schrieb uns kürzlich ein Bruder: Er hatte einen jungen Mann kennen gelernt, dessen Leben durch Sünde völlig aus dem Ruder gelaufen war. Er hatte die Familie, Arbeit und  jede Hoffnung verloren. Nun betäubte er sich regelmäßig mit Alkohol. Aber zur von Gott bestimmten Stunde traf ihn der Glaubensbruder und sagte ihm das Evangelium von der rettenden Gnade in Jesus mit einem „Goldenen Wort aus der Bibel“. Der Mann nahm Jesus als seinen Heiland auf und hielt sich nun zu einer Gemeinde. Doch in den folgenden Anfechtungen griff er wieder zur Flasche und betrank sich fürchterlich. In dieser Lage gab ihm der Teufel den Gedanken; „doch nun endlich sein elendes Leben zu beenden“. Wie ferngesteuert lud er seine Schlachter-Pistole, zog sich im Bad aus und wollte dort seine Tat vollenden. Aber beim Ausziehen sah er, wie ihm das „Goldene Wort“ aus der Hosentasche fiel. Er nahm es und las noch einmal in seinem Zustand darin. Machtvoll redete Gott durch das Wort zu ihm, und er tat Buße und gab neu sein Leben dem Herrn. - Heute ist er ein tüchtiges Glied seiner Gemeinde und dient dem Herrn Jesus mit seinem Leben. - So kann und will der HERR Menschen mit Seinen Boten von der Finsternis und der Gewalt des Teufels auch heute erretten! - Und uns will Er dazu mit gebrauchen! - Ist das nicht wunderbar; wenn wir einmal in der Herrlichkeit, Menschenseelen entdecken werden, die durch unsere bescheidene Mitarbeit von der Finsternis in das herrliche Licht unseres Herrn Jesus gekommen sind!? - Es ist ein untrügliches Merkmal für wiedergeborene Gotteskinder, daß sie jede Gelegenheit nutzen, um Menschen, die noch in der Finsternis des Unglaubens gefangen sind, auf Jesus hinzuweisen, der als „das Licht der Welt“ auch sie erleuchten möchte. Wenn Du Dich noch immer um diesen Auftrag Jesu herumdrückst, dann fehlt Dir offensichtlich noch Entscheidendes. Wer selbst aus der Finsternis des Unglaubens und von der Macht Satans errettet wurde, der will dasselbe auch für seine Mitmenschen!  Es geht bei der Bekehrung ja eben nicht um moralische Lebensänderungen, oder um eine neue andersartige Mitgliedschaft in einem Verein „zur Pflege religiösen Andenkens“!  Es geht um ewigen Tod oder ewiges Leben; es geht um den entscheidenden Schritt aus dem Machtbereich Satans in das Licht Gottes. Es geht um die Vergebung der eigenen Schuld und das Erbe unter den durch Jesu Blut geheiligten Gotteskindern! - Hier wird noch einmal deutlich, was es den Sohn Gottes gekostet hat, die Trennmauer zwischen den Sündern und Gott niederzureißen, nämlich, Sein sündloses Leben für die unwürdigen Sünder, wie Dich und mich!  „Ihr seid teuer erkauft“, so erinnert Paulus die Korinther eindringlich im Blick auf ihr neues geheiligtes Leben (1.Kor. 6,20 u. 7,23).  Jesus hat alles bewirkt mit Seinem Opfer von Golgatha; den Schritt aus Satans Machtbereich in die Welt des Gottessohnes, Vergebung aller meiner Sünden und das Erbteil unter den Geheiligten Seines Reiches. Das ist nicht zu überbieten! - Die Frage steht aber, wie reagieren wir darauf? Nehmen wir als so Gerettete diese einzigartige Zuwendung Gottes einfach so hin, oder lassen wir uns durch Seine unübertreffliche Liebe selbstverständlich herausfordern und in tiefer Dankbarkeit tun, was ER von uns auch erwarten kann?! Paulus ist uns da ein leuchtendes Vorbild. Seine Antwort auf diese unverdiente Gnade war große Dankbarkeit, die sich von dem Gottessohn in die Pflicht nehmen ließ. „Knecht Jesu Christi“, so nannte er sich fortan; und er trug diesen Titel weder mit Stolz noch mit Schwermut. Im Lauf seines dann folgenden Lebens, erfuhr er, daß dieser Herr kein „Leuteschinder“ war, der aus ihm das Letzte herausholte, sondern „der Gute Hirte“ der den Seinen zuvor gibt, was sie für Seinen Auftrag brauchen: Friede, Kraft, Freude, Vollmacht und sehr viel Liebe zu jenen Sündern, die es zu erretten gilt. Als Gerettete wollen wir mithelfen und uns als willige Erben des Himmelreichs erweisen! Jesus gebe uns dazu wieder ganz neu  die Fülle Seines Heiligen Geistes und alles Nötige für den Dienst an Seinem Evangelium!  Amen  ..    Euer BfdW-Team mit  P. R. Sorger

 

Mir nach, spricht Christus unser Held                      

Mir nach, ihr Christen alle!                                

Verleugnet euch, verlaßt die Welt,                  

folgt Meinem Ruf und Schalle;           

nehmt euer Kreuz und Ungemach             

auf euch, folgt Meinem Wandel nach.              

Ich bin das Licht, Ich leucht euch für             

mit heilgem Tugendleben.                        

Wer zu Mir kommt und folget Mir,            

darf nicht im Finstern schweben.                 

Ich bin der Weg, Ich weise wohl,             

wie man wahrhaftig wandeln soll.                         

               Johann Scheffler 1668