Christus spricht:  Laß dir an meiner Gnade genügen,

denn Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!  2.Kor.12,9

 

Liebe Missionsfreunde,

wir wissen nicht, warum nur das  oben schräg gedruckte Wort aus dem 2.Korintherbrief ohne den wichtigen Vorsatz zur Jahreslosung 2012 erwählt wurde. Soll es bloß Trost für all unsere Schwachheiten und Niederlagen sein, oder soll es uns Christen gar „ruhig stellen“, daß wir anfangen unsere Schwachheiten zu lieben und nicht mehr in der Kraft Jesu zu leben? – Wir wissen es nicht. Es wird ja heute viel an und mit Gottes Wort herummanipuliert, selbst in den Freikirchen und ehemals erweckten Gemeinden. Gott allein weiß, warum der ganze schöne Vers 9 auf so wenige Worte reduziert und geschnitten wurde. - Wir jedenfalls betrachten auch dieses Wort im ganzen Zusammenhang der Bibel. Ist es doch ein Wort des erhöhten Herrn, der dem Apostel auf sein Gebet einen guten Rat gab, wie er nämlich am besten mit all den Schwachheiten seines nicht leichten Apostellebens umgehen sollte. Deshalb sagt er im Anschluß daran: „…darum will ich mich am allerliebsten meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi in mir wohne!“ - Was für eine Aussage! - Haben wir denn nicht mit dem Heiligen Geist „den Geist der Kraft, der Liebe und der Zucht“ empfangen (2.Tim.1,7)?! Sollten wir nicht in diesem auch leben? - Oder gehört dieses Wort mit zu den vielen „Predigten von der christlichen Demut“, die gefälligst schön still alles hinnehmen soll und sich wie ein Muselman in jede Wendung des Unrechts und irdischen Schicksals widerspruchslos fügen muß? - Wenn man das Verhalten vieler unserer Mitchristen ansieht, dann könnte man zur Annahme gelangen: „Nur hübsch still sein alles erdulden und nicht anecken, alles widerspruchslos hinnehmen und ja nicht auffallen“. - Meint Christus das hier wirklich so, und deckt sich dieses auch mit Seinem irdischen Leben und dem der Apostel? Wenn man diesen verkürzten Satz der Jahreslosung (oben in Schrägschrift) wirklich nur isoliert betrachten würde, dann könnte man durchaus zu diesem Schluß kommen. Warum auch immer, „die Macher der Jahreslosung“ haben den ersten entscheidenden Teil des Satzes weggelassen, wo Jesus nämlich sagt: „Laß dir an meiner Gnade genügen...“ Ohne diesen Teil des Verses ist die Jahreslosung eine Empfehlung, oder ein bloßes „Trostpflaster“ für menschliche Schwachheiten! Die Gnade des Herrn ist doch allein Ursache und Grund unserer Kraft, die wir von IHM bekommen! - Das heißt; die liebevolle Zuwendung Gottes zu Seinen Kindern geschieht um Jesu Willen. Das ist der Grund, weshalb Gottes Kraft in uns Schwachen wirksam wird! Der Heilige Geist, der Gottes Kinder aufrichtet, tröstet, befähigt, ausdauernd macht, der wird empfangen durch Glauben aus Gnade (Eph.2,8)!

- Wenn wir die Bibel genau lesen, dann stellen wir fest, daß Jesus ohnehin und auch alle Apostel nach Pfingsten, in der Kraft Gottes durch die Welt gingen - daß sie unerschrocken und mit Vollmacht den Herrschaftsanspruch Gottes auf Seine ganze Welt verkündigten: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium von Jesus Christus, denn das Himmelreich ist zu euch gekommen – ja, es will inwendig in euch schon da sein“(Mk.1,15; Lk.17,21)!  Das war der Kernsatz all ihrer Verkündigung! In dieser Gnade taten sie Großes, selbst wenn man sie einsperrte, schlug oder gar tötete. - Aber genau wie das Himmelreich auf Erden nur den Glaubenden schon offenbar wird, so ist es auch mit der Kraft Gottes in den schwachen Christen. - Wie der herrliche „Geschmack der Gotteskindschaft“ nur den Gläubigen real schon irdisch erfahrbar wird, so ist auch der Sinn des Leidens, wegen und mit Christus, nur den Gläubigen einsichtig. Deshalb sagt Paulus in dem obigen Vers weiter: „darum will ich mich am allerliebsten meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi in mir wohne!“ - Luther nimmt diese Wahrheit auf in seinem Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ und singt fröhlich: „Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren. Es streit‘ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du wer der ist, Er heißt Jesus Christ….“ 

Wer meint, mit seiner menschlichen Stärke etwas im Reich Gottes ausrichten zu können, der wird sehr bald an der Realität seiner eigenen Schwachheit und dieser Welt scheitern, enttäuscht und kraftlos werden. So ging es schon vielen Gottesmännern; Hiob, David, Elia, Petrus, Thomas; und so ergeht es auch mir und dir, lieber Leser, - ohne die Gnade und Kraft Jesu! - Wir wissen auch heute noch nicht, was dieser „Stachel im Fleisch“ bei Paulus war, den er gerne losgeworden wäre. Es wurde viel darüber spekuliert, aber es ist müßig und völlig ungewiß. Wir beteiligen uns daran nicht. Fakt ist jedoch, daß dieser den Apostel in seinem Zeugnis von Jesus nicht hindern konnte. Wie kein anderer hat er mit Leib und Seele Einsatz gezeigt (2.Kor.11,23-30). Jesu Kraft befähigte ihn, einen hervorragenden Dienst am Evangelium auszufüllen, trotz seiner Schwachheit!

- Was für eine Erfahrung! Was für eine Ermutigung auch für uns, Ihr lieben Missionsfreunde! - Dem Paulus blies der religiöse Wind zwar stark ins Gesicht, und er mußte oft leiden wie ein Verbrecher, war jahrelang als Gefangener in Kerkern gehalten und auch an einen Soldaten gefesselt. Und doch hat ihn der Herr gebraucht, wie keinen anderen Apostel sonst. Seinem selbstlosen Einsatz haben wir es mit zu verdanken, daß auch wir gerettete Gotteskinder sein können. Seine Briefe, die oft in großem Leid und Verfolgung entstanden sind, erquicken und ermutigen uns noch heute, wie auch schon die ersten Leser!

- Manchem Gotteskind aber geht es wie Elia, der zwar anfangs großen Eifer für die Sache des Herrn gezeigt hatte, auch einen wunderbaren Erfolg seiner Mühen erlebte, aber dann auf die Bedrohung seines Lebens durch eine einzige Frau, allen Mut verlor und sich den Tod unter dem Wacholderstrauch wünschte: „Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele, ich bin nicht besser, als meine Väter.“ Kennst du das auch von dir, liebe(r) Leser(in)? - Mit großem Eifer haben wir anderen Menschen Zeugnis vom Evangelium gegeben, und was haben wir geerntet? Spott, Ablehnung oder sogar Anfeindung, vielleicht haben wir sogar Freunde oder Verwandte deshalb verloren. Im Dorf gelten wir vielleicht als „Sektierer“ deswegen. Man will kein entschiedenes Christentum und ist schon mit einer bloßen Kirchenmitgliedschaft zufrieden. Wie schnell sind wir da mit unserem Einsatz für Jesus am Ende, ohne die Kraft Jesu! Aber, „Gottes Kraft erhebt die Schwachen, daß ER Starke kraftlos macht“; so heißt es in einer Telemann-Kantate sehr richtig. .- In unserer Zeit will sich schnell Verzagtheit und Mutlosigkeit auch unter den Frommen in Europa breit machen angesichts des massiven antichristlichen Gegenwindes, den wir z. Z. erleben. Paulus war gewiß in einer schwierigen Situation, als er in Schwachheit zum Herrn betete. Aber er war im Unterschied zu Elia und manchem von uns nicht hoffnungslos auf seine eigene Schwachheit fixiert. Er blieb nicht „unter dem Wacholder seiner Enttäuschungen und Misserfolge“ liegen! Er hatte die Erfahrung eines Jesaja gemacht, der schon 750 Jahre zuvor schrieb: „…die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden“(Jes.40,31)! Wir hier in Europa erleben gegenwärtig eine beispiellose Verweltlichung in Kirchen und Gemeinden mit massiven Angriffen auf alles, was einst unser sogenanntes „Christliches  Abendland“ groß machte. Politiker, Theologen, Kirchenleute, Presse und die Masse der elektronische Medien stellen heute alles in Abrede, was einst christliche Theologie, Wissenschaft, Pädagogik, Moral und Ethik ausmachten und Europa über viele Jahrhunderte blühen ließ. Dafür werden Krötenwanderwege und Tierarten mit großem Aufwand geschützt. Doch die „Abtreibungsoption“ wird bis kurz vor der Geburt eines Menschen auch noch vom Verfassungsgericht als geschütztes „Grundrecht einer jeden Frau“ anerkannt, obwohl der Paragraph 218 StGB solches bei Gefängnisstrafe verbietet! Die klaren Gebote und Weisungen der Bibel werden dazu noch von den hochbezahlten Lehrern und Führern der Kirchen und Freikirchen nur noch punktuell beachtet und sind der beliebigen Interpretation dieser Fälscher ausgesetzt. Auch die Grundanliegen der Reformation sind heute fast vergessen und werden oft nur noch im historischen Sinn gedeutet. Dafür buhlt man seit Jahrzehnten wieder um die Gunst Roms und strebt eine „Abendmahlsgemeinschaft“ mit den Anhängern der Irrlehre „vom römischen Messopfer“ an.                       

- Orientierungslosigkeit in Theologie, Politik und Gesellschaft nehmen darum weiter zu. - „Weil sie die Liebe zur Wahrheit ablehnen, darum sendet Gott ihnen auch kräftige Irrtümer“(2.Thess.2,11). Das sehen wir überall in Europa:

·         Da wird die Gottlosigkeit mit noch mehr Gottlosigkeit beantwortet,

·         da werden betrügerische Geldgeschäfte an der Börse mit noch mehr Geld durch den Steuerzahler „gelohnt“,

·         da werden eine gnadenlose Abtreibungspolitik und die folgende Bevölkerungsschrumpfung in Europa mit noch mehr Abtreibung und mit einer immer offeneren Einwanderungspolitik beantwortet, anstatt die eigenen Kinder zu gebären und zu erziehen.

Jede Hausfrau mit Bleistift und Papier kann ausrechnen, wohin „diese Reise damit geht“! Und alle, die das alles öffentlich kritisieren, werden als „Rechtsradikale und Fundamentalisten“ in die sogenannte „Schmuddel-Ecke der Gesellschaft“ gedrängt.

- Ihr lieben Missionsfreunde, und genau in diese gesellschaftliche Situation, die in ihrer Verkommenheit, der von Elia vor ca. 2800 Jahren gleicht, sendet Gott uns als Seine Botschafter – nun aber eben mit der Kraft Jesu!

Gerade in solchen Schwachen, wie dir und mir, die von sich aus nichts tun können, will ER mächtig sein! Freilich sagt uns die Bibel nicht eine große Erweckung für die letzten Tage dieser Weltzeit voraus, eher den großen Abfall vom Herrn (2.Thess. 2,3).  Aber mit durch uns soll „die Vollzahl der Heiligen“ gewonnen werden, und alle sollen das Evangelium gehört oder gelesen haben – daß nämlich Jesus gekommen ist, Sünder selig zu machen (Röm.11, 25; 1.Tim.1,15)! - Wie gut, daß wir dabei die Zusage des Beistands von Ihm haben, den Heiligen Geist, der uns vertritt, ermutigt, Kraft gibt und uns stabil und auch leidensfähig macht (Joh.14,16)! „Die Kraftnahrung“ auf diesem Weg ist uns dabei das Wort Gottes. Deshalb gehen wir trotz aller Schwachheit, vorwärts, bis wir IHN endlich sehen werden. Dazu segne auch Euch alle der Herr im begonnenen Jahr 2012!     Euer P. R. Sorger

 

 

Jesus ist kommen,                                        

die Quelle der Gnaden:                                    

Komme, wen dürstet,                                              

und trinke, wer will!                                               

Holet für euren so giftigen Schaden                

Gnade aus dieser unendlichen Füll!           

Hier kann das Herze                                      

sich laben und baden.                                                               

Jesus ist kommen,                                                         

die Quelle der Gnaden!

 

Jesus ist kommen,                                          

die Ursach‘ zum Leben.                           

Hochgelobt sei der erbarmende Gott,                                                                   

der uns den Ursprung des Segens gegeben;                                                              

dieser verschlinget                                        

Fluch Jammer und Tod.                                        

Selig, die IHM sich beständig ergeben!                                                           

Jesus ist kommen,                                          

die Ursach‘ zum Leben!                                          

J. L. K. Allendorf