Was sind Hindernisse für echte Wiedergeburt?

 

1. Es gibt einen großen Mangel an Erkenntnis über die eigene Sündhaftigkeit und das vollbrachte Erlösungswerks auf Golgatha unter traditionellen Christen. Der ganze Ernst der Sünde und des Kreuzes ist ihnen unbekannt, obwohl die Geschichte Jesu gut bekannt ist. Das liegt wohl hauptsächlich daran, daß nur oberflächlich und verkürzt vom Opfer Jesu und der Wiedergeburt gepredigt wird.  - Viele wissen wohl, daß sie wegen ihrer Sündennatur verfluchte und verdammte Menschen sind, die es auch verdient haben, von Gott ver­stoßen zu sein. Aber nun suchen sie das Heil durch eigene Anstrengungen, Gebets- und Bußübungen, durch „Selbstbesserung“ zu erlangen. Dies ist aber ein völlig vergeb­licher Versuch. - Nicht deine eigenen Leistungen, sondern allein das am Kreuz auf Golgatha für dich geflos­sene Blut macht dich frei von der Sündenschuld vor Gott. Und diese Sündenschuld, so groß sie auch sein mag, ist ein für allemal getilgt durch das Blut Jesu. Deswegen wird dir vergeben, sobald du bereit bist, ein für allemal mit der Sünde zu brechen und im Gehorsam dem Herrn zu folgen.

 

2. Viele halten fest an einer erkannten Sünde, von der sie glauben, nicht los kommen zu können. Solche Mitmenschen vergessen, daß uns Jesus am Kreuz auf Golgatha nicht nur von der Schuld der Sünde, sondern auch von der Macht der Sünde befreit hat! Man hat damit keine Entschul­digung für das fortgesetzte Sündenleben und läßt sich weiter vom Feind betören, während es doch ein überströmendes Glück und eine Seligkeit bedeutet, ein Kind Gottes zu werden und nicht mehr ein Sklave der Sünde zu sein. Denn durch die Wieder­geburt wird man ein Kind Gottes, und dies ist das Größte und Beste, was ein Mensch auf dieser Welt erleben darf.  Das ist nun keine Einbildung, sondern Wirklichkeit des Lebens, und es bringt tatsächlich einen Strom von Glück und Freude mit sich, der nicht mehr verge­ht, also nicht bloß eine vorübergehende Gefühlsauf­wallung darstellt!

 

3. Viele halten noch fest am Unglauben. Obwohl sie vorgeben zu glauben, sind sie doch faktisch noch ungläubig gegenüber dem Wort des Herrn. Sie wollen erst fühlen, erleben und dann schließlich glauben, was im Evangelium verheißen ist. So sind sie süchtig nach Erlebnissen, Empfindungen und immer neuen geistlichen Sensationen, ohne zur Wiedergeburt zu gelangen. Traurigkeit, Gefühlsschwankungen und ein ständig wackelnder Glaube kennzeichnet sie.  Hebr.11,1ff zeigt uns aber den wahren Glauben, der vom Vertrauen zum Schauen durchdringt und sich selbst in Not und Tod bewährt. Je mehr der so Gläubige seinem Heiland folgt, um so größer wird der Glaube in ihm, weil die neue mit der Wiedergeburt geschenkte Natur Gottes ihn trägt.

 

4. Viele werden von verborgener Sünde an der Wiedergeburt gehindert.  Unversöhnlichkeit, verborgener Groll wegen erlittenem Unrecht oder auch streng gehütete eigene Sündenschuld hindern oft den Durchbruch zur Wiedergeburt im Heiligen Geist. - Seit vielen Jahren ist man schon „mit dem Herrn unterwegs“, doch der völlige Herrschaftswechsel konnte immer noch nicht geschehen, weil da diese Dinge als unsichtbare Barrieren zwischen Gott und dem Menschen stehen. Darum gilt es, diese Dinge unter das Kreuz zu bringen und den Herrn um Vergebung zu bitten, gegebenenfalls dieses auch bei Menschen, an denen wir schuldig geworden sind (1.Joh.1,9). Nach solcher ehrlichen Buße kann der Geist Gottes leicht Besitz ergreifen im Herzen des Gläubigen und Gottes Frieden mit Freude zieht ein.

Die Gebote Gottes sind bei der Gewissenserforschung ein idealer Schlüssel zur Gewissenserforschung und Entlastung. - Aberglaube, Spiritismus, Horoskope und die ganze okkulte Geschäftigkeit muß hierbei als besondere Sünden gegenüber den ersten beiden Geboten unbedingt ans Licht gebracht werden, denn diese Dinge beleidigen Gott persönlich in besonderer Weise und behindern die Wiedergeburt. Mit einem aufrichtigen Gebet allein oder besser noch mit einem verschwiegenen seelsorgerlichen Mitchristen, sollten diese Dinge vor den Herrn gebracht werden (Sprüche 28,13; Joh.20,23; 1.Joh.1,9). Geht es doch darum, daß Gott in einem gereinigten Haus wohnen will (Joh. 14,23).

 

Zitiert aus Chr. Röckle „Wie komme ich zur Wiedergeburt?“ Philadelphia-Verlag, Leonberg            (Beilage zu BfdW 4/5 2005)