Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen IHN im Geist und in der Wahrheit anbeten.  Joh 4,23f 

 

Liebe Missionsfreunde!  .                   

nach unserem Kalender haben wir wieder Pfingsten gefeiert, das Fest des Heiligen Geistes, den Geburtstag der Gemeinde Jesu. Doch die meisten unserer Mitmenschen können heute mit dem Heiligen Geist nichts anfangen. Das ist tragisch, weil doch Gott nach den Worten Jesu im Geist angebetet werden will, und ohne den Heiligen Geist wäre auch die ganze Schöpfung nicht geschaffen worden. Ja, Er war nach der Schrift schon bei der Erschaffung der Welt maßgeblich beteiligt (1.Mo.1,2)! Auch viele von denen, die sich heute als Christen bezeichnen, stehen trotzdem immer noch so da, wie die Jünger nach Himmelfahrt. Sie wissen um die wunderbare 40-tägige Ostererfahrung mit dem auferstandenen Jesus, dennoch sind sie ohne „die Kraft aus der Höhe“ und bitten seit Jahrzehnten immer nur um die Erfüllung des Heiligen Geistes, als wäre Pfingsten nie gewesen. Jesus sagte: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird und werdet Meine Zeugen sein“ (Apg. 1,8). Hat sich diese Verheißung nicht an allen Christen bis heute erfüllt? - Steht der Herr nicht zu seinem Wort? Oder woran liegt es, daß der überwiegende Teil der Christen „seinen Glauben“ heute als „Privatsache“ versteht und gut schweigen kann - wie es der ehemalige Bundes- und Kirchentagspräsident von Weizsäcker noch heute öffentlich vormacht? Unser Herr Jesus hat uns wirklich nicht als „Waisen“ zurückgelassen, als Er von der Erde weggenommen wurde, auch wenn viele sich so fühlen! - Wir sehen an den Jüngern in Jerusalem, daß der Glaube an Jesus und die Erfahrung mit dem Auferstandenen offensichtlich nicht genügten, um den Missionsbefehl Jesu (Mt.28, 19) in Kraft und Vollmacht ausführen zu können. Obwohl Petrus durch den Heiligen Geist, Jesus als den Messias bekannte, und er sogar bereit war, mit IHM in den Tod zu gehen (Mt.16,16;26,35), so bedurfte es doch erst noch der Kraft des Heiligen Geistes am Pfingsttag, um die Mission auch wirklich zu beginnen. - Es gibt heute so viele Aktivitäten auch unter uns Christen, die ohne den Heiligen Geist funktionieren: Christliche Konzerte, Frühstückstreffen, Männertreffen, Klein- und Großveranstaltungen, neue Bibelübertragungen, jede Menge christliche Musik-CDs und Unterhaltungsliteratur, Bibel-TV usw. Aber welche Rolle spielt da eigentlich „das persönliche Warten und Beten“ in Bezug auf den Heiligen Geist, damit auch wirklich Menschen zu Christus hin gerettet werden und nicht nur eben mal wieder „was los war“? - Wir westlichen Christen sind offensichtlich mehr mit uns selbst und „frommer Unterhaltung“, als mit der Befähigung zum missionarischen Zeugnis beschäftigt. Täglich gehen um uns herum viele Menschen ohne Gott ewig verloren und ihr Leben entgleist, weil sie Jesus nicht kennen! Doch wir lassen sie, weil wir „ihnen nicht zu nahe treten“ oder uns nicht unbeliebt machen wollen. Ja, oft sind wir ohne die göttliche Kraft, um Zeugnis zu geben. - Oder sollten wir besser sagen, der Heilige Geist konnte uns nicht so ausfüllen und „Wohnung in uns machen“ (Joh.14, 23), wie ER es nach Jesu Wort will?! - Vielleicht haben wir es nicht zugelassen, daß Er uns erfüllt? Wir haben immer noch die Welt mehr lieb, als den Herrn aller Welt und unsere ungläubigen Mitmenschen. Vielleicht finden wir Sein Wort auch „etwas zu radikal“ für die heutige Zeit (d.h. „an die Wurzel gehend!“) und wir machen lieber  Kompromisse mit dem Zeitgeschmack der Allgemeinheit? - Klar, wenn wir schweigen, dann haben wir auch weniger Konflikte. Die Leute finden uns angenehmer, als wenn wir ihnen mit Jesus kommen. Aber die Folgen für unser geistliches Leben und das Seelenheil unserer Mitmenschen sind nicht zu übersehen. - Es mangelt an der Freude, Vollmacht, inneren Frieden und der Kraft im Heiligen Geist. Die Probleme unter uns Christen nehmen mehr zu als ab. Jesus sagte: „Wenn jemand Mich liebt, so wird er Mein Wort befolgen, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen“ (Joh. 14,23). - Zweifellos, bist du Christ durch die persönliche Annahme des Opfers Jesu, was du mit deiner Taufe und mit der Nachfolge Jesu bezeugst. - Aber wie geht es weiter mit deinem Glaubensleben? Wie sieht es mit der Nachfolge Jesu praktisch aus? Ist deine geistliche Speise vom Wort Gottes her stark und nahrhaft genug, daß du zunimmst, oder schämst Du Dich immer noch Deines Glaubens vor anderen? Hast Du durch den Heiligen Geist schon eine feste Verbindung über Jesus zum Vater im Himmel? Betest Du Gott im Geist und in der Wahrheit deines Lebens an? Betet der Heilige Geist mit Dir, in Dir? Ist Deine ganze Existenz nun ein lebendiges Zeugnis? Oder bist Du nur so wie mit zwei Fingern, gleich dem Kindertaufwasser, ein wenig „bespritzt mit Heiligem Geist“? „Werdet voll Geistes, so werdet ihr die Werke des Fleisches nicht vollbringen!“ So sagt Paulus von der neuen Lebensart im Heiligen Geist (Eph.5, 18;Gal.5,16). Und die Jünger sagten von sich Apg.4,20: „Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben!“

- Was für ein Unterschied zu den allermeisten Predigten in Kirchen und Gemeinden heute! Dort gewinnt man meistens den Eindruck, daß die Prediger sich offenbar immer neu an eine Schar „halbbekehrter oder ungläubiger Namenschristen“ wenden, denen ihre unveränderliche Sündhaftigkeit zwar immer neu „durch die Blume“ vorgehalten wird, die sich aber dennoch damit trösten dürfen, daß der HERR ihnen gnädig ist. Ja, man muß denken, daß dieses „die unveränderlich irdische Existenz eines Christen“ sei. - Wenn wir jedoch die Heilige Schrift befragen, dann erkennen wir leicht, welch’ missionarische Kraft durch den Heiligen Geist von den ersten Christen ausging. - Daß es in ihrem Leben wirklich ein „Davor“ und ein „Nun-aber“ gab! Das konnte keiner bei ihnen übersehen! Sie waren wirklich neue Menschen geworden, durch die Kraft Gottes!

- Es ist ganz und gar falsch, die biblischen Berichte über die ersten Christen als „urchristliche Poesie“ abzutun, wie das heute durch viele Theologen geschieht (schon seit über 100 Jahren). Nein, es ist die Beschreibung der alles verändernden Kraft des Heiligen Geistes, die auch wir heute für ein sieghaftes missionarisches Christenleben dringend brauchen! - Freilich schützt uns der Heilige Geist nicht vor Verfolgung und Leiden um Jesu Willen, das erfuhren die Jünger sehr bald nach Pfingsten. Doch sie hatten nun einen Beistand anstelle der leiblichen Gegenwart des Herrn, der sie nicht mehr allein ließ und ihnen mit durchdringender Weisheit und Begabung beistand, daß selbst die Feinde Jesu darüber ins Staunen kamen. So konnten ihre Gegner den Freimut des Petrus und Johannes sehen und staunen; „…denn sie merkten, daß sie ungelehrte und einfache Leute waren, und wußten auch von ihnen, daß sie mit Jesus gewesen waren…“ (Apg.4,13).

- Zuweilen hört man heute zwar die Meinung, wir bräuchten solche Fülle des Heiligen Geistes, wie in der Bibel beschrieben, heute nicht mehr und sie wäre auch nach Vollendung des neutestamentlichen Kanons gewichen und überflüssig. Aber das kann man weder der Bibel entnehmen, noch entspricht es der christlichen Lebenswirklichkeit aller Jahrhunderte. - Christus und Sein Wort sind dieselben geblieben, gestern, heute und in Ewigkeit (Hebr. 13,8)! Und das gilt Gleicherweise für Gott-Vater, den Sohn Jesus und den Heiligen Geist! - Alle, die missionarisch wirklich aktiv sind, müssen bestätigen, daß sie auf die übernatürliche Kraft des Heiligen Geistes dringend angewiesen sind! Nicht nur Missionare in Afrika und Asien sind da Beispiele. Auch manche Verteiler der „Goldenen Worte aus der Bibel“ bezeugen das! Oft bedarf es bei uns schon dieser Kraft, im kurzen Gespräch mit fremden Menschen über den Glauben oder bei der Weitergabe eines „Goldenen Wortes aus der Bibel“! Der Teufel will uns den Mund gern verbieten, aber der Geist Gottes tut ihn uns auf!                      

- Also, es bleibt dabei; wir brauchen wirklich alles, was uns der Herr vom Himmel in Seinem Wort und zugesagt hat, um IHN vollmächtig zu bezeugen! Da lassen wir uns von niemandem etwas vormachen! Wir dürfen uns nicht arm reden lassen! - Klar, daß der Heilige Geist als Gottes Sachwalter in uns, dem Teufel nicht gefällt. Und er läßt sich allerlei einfallen, um uns denselben auszureden! - Ja, er schreckt nicht einmal davor zurück, die Kraft und die Gaben des Heiligen Geistes dämonisch pervertiert nachzuäffen, nur eben mit unbiblischen Abweichungen, die  aber ein bibeltreuer Christ sofort erkennt. Alles Mögliche und Unmögliche versteht „der alte Feind“ zu imitieren, nur wirklich „bibeltreu“ kann er bei seinen Plagiaten nicht sein! - Daran erkennt der geübte Christ „den  alten Pferdefuß“!

- Wie wunderbar ist es, wenn der Heilige Geist ein Kind Gottes in der Situation befähigt, ein durchschlagendes Wort der Weisheit und der Erkenntnis Gottes zu sagen. Freilich, den einen eben „ein Geruch des Lebens zum Leben“ - den anderen zum Anstoß, wie Paulus schon sagte (2.Kor.2,16). Wie wunderbar ist es, wenn ein gläubiger einfacher Christ oder auch „ein gläubiger Theologe“ aus dem reichen Schatz des Wortes Gottes in der Kraft des Heiligen  Geistes „Altes und Neues hervorholt“ und so von seinem Leben die Kraft Gottes bezeugen kann (Mt.13,52)! 

- Auch in Verfolgung und selbst als Märtyrer, wie z.B. einst Stephanus in Apg.6, oder wie heute Christen in Sudan, Irak oder Nigeria, Korea und anderswo; überall machen Glaubensgeschwister dieselbe Erfahrung des Beistands durch den Heiligen Geist, der sie auch im Leiden und im Sterben nicht allein läßt, sondern tröstet, Wunder wirkt und selbst noch im Sterben zum Zeugnis setzt! - Auch wir in Deutschland und dem zunehmend gottloser werdenden Europa sind dringend auf den vollen Beistand des Heiligen Geistes angewiesen! Die Angriffe auf bibeltreue Christen und das heilige Wort Gottes werden immer massiver. Aber in 1.Thess.1,5 bezeugt Paulus schon: „...unsere Predigt des Evangeliums kam zu euch nicht allein im Wort, sondern auch in der Kraft und in dem Heiligen Geist und in großer Gewißheit.“ Und den Korinthern schrieb er: „Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen, als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft (1.Kor.2,2f)!

- Die „Sündenmauer“ zwischen dem modernen Menschen heute und dem Heiligen Gott läßt sich nicht durch menschenfreundliche „christliche Unterhaltung“ durchbrechen, sondern allein durch die Kraft des Heiligen Geistes, die von Sünden überführt, echte Buße wirkt und „die letzte Festung menschlicher Selbstrechtfertigung niederreißt“ (Bonhöffer)! - Gott ist Geist und wir müssen mit Ihm im Heiligen Geist verbunden sein; so sagt Jesus! Denn auch der Vater will solche Anbeter haben! - So laßt uns täglich um die Fülle des Heiligen Geistes bitten, daß durch Sein Wirken nach Gottes Willen „die Vollzahl“ aus dem Heer der Ungläubigen gerettet werde und wir uns so als gute Zeugen Jesu erweisen, die nicht nur auf ihren schwachen Glauben angewiesen sind, sondern vielmehr im Heiligen Geist leben zur  Ehre Gottes mit Jesus, dem Sohn!  Amen!    Euer P. R.Sorger