Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, wenn anders Gottes Geist in euch wohnt….“

Röm. 8,9ff

 

Ihr lieben Missionsfreunde,

wieder feiern wir mit großer Freude Pfingsten, den Geburtstag der weltweiten Gemeinde Jesu auf Erden. Was war das für „ein Paukenschlag“, damals in Jerusalem, als aus einer kleinen Schar ängstlicher Jünger, weit über Dreitausend fröhliche und mutige Christen wurden! 

- Hat sich seither etwas verändert? – O ja, über die fast 2000 Jahre ist viel anders geworden! Die Gemeinde Jesu wurde fast 300 Jahre später von einem römischen Kaiser Namens Constantin in ein römisches „Herrschaftskorsett“ gezwängt, mit Würden, Bürden und Ämtern behängt und zu einem Teil des Machtapparates umgebaut, später sogar der Bibel beraubt und bis zur Unkenntlichkeit mit Gold und Silber geschmückt, zu einem halbheidnischen Imperium korrumpiert. Aber dennoch bewahrte der Herr - und das gehört mit zu dem Wunder von Pfingsten - und erweckte in dieser verweltlichten und verwilderten Institution Seine Kinder stets aufs Neue! Im Bibelwort reformierte ER sie trotz blutigster Verfolgung und richtete die Wahrheit in Jesus neu auf. Reformatorische Personen und Bewegungen brachten über Jahrhunderte immer wieder aufs Neue Licht in das Dunkel der Institution. Gott schenkte oft ein helles Flackern durch Seinen Geist, in dem erweckte Gotteskinder Orientierung fanden. Das Wort Jesu bewahrheitete sich stets auf Neue; daß „auch die Pforten der Hölle Seine Gemeinde nicht überwinden können“. So ist es bis zum heutigen Tage. Dazu greift aber der Teufel heute „die originale Urkunde des Glaubens“, nämlich die Bibel, auf das Raffinierteste direkt an, oder läßt sie sogar umschreiben (siehe „Volx-Bibel“ und „Bibel in gerechter Sprache“). Total verwirren ist sein Ziel. Doch es wird ihm nicht gelingen! Gewiß, die Kinder Gottes fühlen sich heute, wie zum ersten Pfingsttag, in Deutschland, als eine Minderheit; obgleich laut Statistik weit mehr als 60% in Deutschland noch einer Kirche  oder Gemeinde angehören? – Auch ist Pfingsten hierzulande immer mehr zu „einem vergessenen Fest“ geworden, durch das alle zwar noch einen schönen 2. Feiertag haben, aber „Maientanz“, Volksfeste und lustige „Ausflüge ins Grüne“ sind wohl stärker im Fokus beim Volk, als Gedanken an die erste Erfüllung der Jünger mit dem Heiligen Geist. „Der große Haufe geht eben nach wie vor auf dem breiten Weg ins Verderben an Christus vorbei“, wie Luther schon enttäuscht feststellte. - Paulus weist uns im Römerbrief auf die primäre Ursache dafür hin, indem er sagt:

Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich….Paulus offenbart uns mit den gegensätzlichen Begriffen „fleischlich und geistlich“ den himmelweiten Unterschied zwischen allem „bloß Religiösen“ und dem wahren Glauben an Jesus Christus. - „Der natürliche Mensch“ ist eben als Sünder geistlich tot in seiner Sündennatur. Von Adam und Eva an hat er oder sie die Fähigkeit verloren, wirklich auch im Glauben zu leben. Der Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus und die Nachfolge darin ist ihm eine Torheit (1.Kor.2,14). Das gilt leider auch für die meisten Kirchenchristen heute, gleich welcher Couleur! Denn alle institutionelle „christliche Beschulung“ und alles Auswendiglernen von Lehrsätzen und Bibelversen kann doch nicht wirklich „geistliche Menschen“ hervorbringen, und selbst ein Theologiestudium kann nicht wirklich aus einem „fleischlichen Menschen“ einen „Geistlichen“ machen!

»Die, welche nach dem Fleisch sind« – also diejenigen, die sich nicht wirklich zu Jesus bekehrt haben, beschäftigen sich nur mit dem, was das pure natürliche Leben ausmacht. Sie gehorchen bloß allen Impulsen ihres natürlichen Wesens (des Fleisches). Sie leben, um die Begierden des seit Adam verdorbenen alten Menschen zu erfüllen. Sie verwöhnen den Leib, der doch in wenigen Jahren schon zu Staub werden wird, beuten andere aus, tun sich selbst viel Gutes oder auch Schlechtes und fragen nicht nach Gottes Gebot und Willen.

Aber, die, welche mit dem Heiligen Geist leben (das sind die wahren Gläubigen), erheben sich über ihr Fleisch und Blut durch den Heiligen Geist, um nun auch für die ewigen Dinge Gottes zu leben. Sie beschäftigen sich neben dem Alltäglichen auch mit dem Wort Gottes, mit Gebet, Anbetung und Dienst am Mitmenschen. Die Rettung teurer Menschenseelen für Christus liegt ihnen auf der Seele.

»Die Gesinnung des Fleisches« - die Geisteshaltung der gefallenen Natur ist der Tod« sagt Paulus im Kapitel 8.  Sie ist Tod, sowohl hinsichtlich der gegenwärtigen Vergnügungen, als auch der endgültigen Bestimmung. Die bloße Diesseitigkeit birgt in sich die Macht des Todes - quasi wie eine Überdosis Gift. Doch die Gesinnung des Heiligen Geistes ist Leben und Frieden in Jesus! - Der Geist Gottes ist die Garantie des wirklichen Lebens. »Die Gesinnung des Fleisches« ist Tod, weil sie Feindschaft gegen Gott bringt. Der „autonome Mensch“ vernimmt nichts vom Geist Gottes, er will sich auch von Gott nichts sagen lassen. Er will alles in seinem Leben selbst bestimmen. Als Sünder lehnt er sich so bewußt gegen Gott auf und wird damit Sein Feind. Er ist eben „autonom“. Das stärkste Beispiel dafür liefert Jesu Kreuz selbst. Das Autonomiestreben der Einflußreichen brachte damals Jesus ans Kreuz („Wir wollen nicht daß dieser über uns herrscht!“ - Lk.19,14). Der fleischliche Mensch beugt sich Gottes Herrschaft nicht. Wenn er kann, dann versucht er sogar Gott zu töten und verbirgt gar nicht seinen Haß auf alles, was zu IHM gehört. Das Bestreben zum Gehorsam gegen Gott fehlt im nicht nur, es fehlt eigentlich sogar ganz und gar die Kraft zum Gehorsam. „Das Fleisch“ ist und bleibt so Gott gegenüber tot. Darum ist es völlig klar; diejenigen, »die nach der fleischlichen Natur leben, können Gott nicht gefallen, was immer sie auch tun! - Nichts, aber auch gar nichts an einem nicht erlösten Menschen kann Gott gefallen – keine guten Werke, keine Einhaltung religiöser Gebräuche, keine Opfergottesdienste, absolut nichts!  Zuerst muß jeder Mensch das für sich selbst erkennen – ich bin ein schuldiger Sünder und nur Christus rettet mich von dieser erbärmlichen Tatsache! - Ich brauche ein ganz neues Leben von Oben. Ohne den Retter, Jesus, bin ich mit meinem Leben ewig verloren - die Hölle wartet auf mich! Ich brauche Jesus - Nur so kann der Mensch Gottes Anerkennung empfangen und Gottes freundliches Angesicht über sich jetzt schon spüren!

Wenn ein Mensch so durch das Einwirken des Heiligen Geistes von „Neuem geboren“ wird, dann ist er nicht mehr »im Fleisch, sondern im Geist« - wie Paulus in Römer 8 erklärt. Er lebt in einer ganz anderen Sphäre. Er beginnt den Willen Gottes mit Freude zu vollbringen und fürchtet sich nicht mehr vor Spott und Diskriminierung! - Wie der Fisch im Wasser lebt und die Frischluft das Lebenselement des Menschen ist, so lebt nun der Gläubige mit dem Heiligen Geist. Er lebt nicht nur im Geist, sondern der Geist lebt auch in ihm!  Er hat eine neue Lebenskraft in sich! - Der Vater und der Sohn haben nämlich in ihm nun Wohnung gemacht (Joh.14,23). - Wenn nämlich der Geist Christi nicht in ihm wohnen würde, dann gehörte er auch nicht zu Christus (Röm.8,9). - Obwohl aus dem unmittelbaren Wortlaut nicht klar hervorgeht, ob der Geist Christi hier derselbe ist, wie der Heilige Geist, so ist es doch vom Ganzen her klar. Die Einheit von Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist legt das aus der gesamten Heiligen Schrift zwingend nahe. Unser menschlicher Verstand muß da still stehen und kann die Einheit der göttlichen Person sowieso nicht nachvollziehen, sehr wohl aber im Glauben demütig fassen!  - Durch den Dienst des Heiligen Geistes ist nun auch Christus wirklich in dem Gläubigen. Es ist erstaunlich und übersteigt weit unseren menschlichen Verstand, sich vorzustellen, daß das Leben und die Herrlichkeit unseres Herrn in uns schon jetzt wohnt; wenn wir auch bedenken, daß unsere Leiber ja immer noch dem natürlichen Tod „der Sünde wegen“ unterworfen sind. - Man mag nun argumentieren, daß wir ja noch nicht wirklich tot sind, aber die Mächte des Todes arbeiten doch schon an unseren sterblichen Leibern, und wir werden unausweichlich sterben, falls nicht der Herr vorher zurückkommt und uns zu sich entrückt.

Im Gegensatz zum Leib ist »der Geist Leben um der Gerechtigkeit willen«. Obwohl wir einst in Sünden tot gegenüber Gott waren, so ist der wiedergeborene Christ durch das gerechte Werk des Herrn Jesus Christus schon jetzt in dessen Tod und Auferstehung lebendig gemacht, und zwar, weil ihm die Gerechtigkeit Jesu von Gott angerechnet wird!

Die Erinnerung daran, daß der Leib noch immer dem Tod unterworfen ist, sollte uns trotzdem nicht beunruhigen oder gar verzweifeln lassen. Die Tatsache, daß der Heilige Geist nun in uns wohnt, ist die Garantie dafür, daß Gott unsere sterblichen Leiber lebendig machen wird, so wie ER Christus Jesus aus den Toten auferweckt hat! - Das wird dann der letzte Akt unserer Erlösung sein – wenn wir unsere Leiber mit der Herrlichkeit des Auferstehungsleibes unseres Heilandes Jesus verherrlicht sehen werden!

An all das erinnert uns Pfingsten. - Welche Schlußfolgerungen ziehen wir nun aus den großen Gegensätzen zwischen „Fleisch und Geist“? - Seit Pfingsten schulden wir nun dem Fleisch nicht mehr, nach seinem Diktat »zu leben«! Meine und Deine alte, verdorbene Sündennatur ist nun nichts mehr, als ein Hindernis für den geistlichen Menschen! Niemals hat sie etwas Gutes hervorgebracht, das vor Gott bestehen könnte! - Wenn Christus uns nicht erlöst hätte, würde uns unsere Fleischesart in die tiefsten, finstersten und heißesten Abgründe der Hölle gebracht haben. Warum sollten wir uns also noch „einem solchen Feind“ verpflichtet fühlen?!  Wir sind befreit durch Christus!!!

Wer aber immer noch „nach dem Fleisch“ leben will, muss sterben; nicht nur irgendwann leiblich, und zwar ohne den Beistand des Heiligen Geistes, vielmehr dann auch auf ewig in der Hölle!!! - »Nach dem Fleisch leben«, heißt, nicht wiedergeboren zu sein. Das wird aus Röm. 8,4.5 sehr deutlich.

Doch wieso richtet Paulus diese Worte an Menschen, die bereits Christen sind – die Römischen Christen, oder an uns?! - Will er damit sagen, daß einige doch noch verloren gehen könnten?  Vielleicht, aber der Apostel fügt ja oft Worte der Warnung und der Selbstprüfung in seine Briefe ein, denn er weiß, daß in fast jeder Gemeinde einige Leute noch nicht wirklich wiedergeboren sind, sondern nur so mitlaufen.

In Röm. 8,13 beschreibt Paulus drastisch, was für die wahren Gläubigen gilt: Sie können »durch den Heiligen Geist die sündigen Handlungen des Leibes töten«. Sie genießen ja so jetzt schon den Anteil am Ewigen Leben durch die Innewohnung des Heiligen Geistes, der sie auch im Sterben nicht verlassen wird, sondern in Jesus ihnen die Tür zum Ewigen Leben eröffnet (Röm.8,11)!

Ihr lieben Freunde, ist das alles nicht ein vortrefflicher Grund zu einem großen Pfingstjubel!?

Wir haben keinen Grund zur Traurigkeit auch wenn Jesus nicht mehr sichtbar bei uns ist und wir nur eine Minderheit darstellen in dieser Welt!  Selbst wenn wir die Schäden sehen, die heute noch durch die menschliche Sündennatur in und außerhalb der Gemeinde Jesus angerichtet werden, so dürfen wir doch froh die Augen und Hände zum Herrn jubelnd aufheben. Vielmehr soll und will uns der Heilige Geist ermutigen, „die Freiheit der Kinder Gottes“ auch denen zu bezeugen, die noch immer in der Finsternis des Unglaubens gefangen sind und zwangsläufig nur tun, was nichts taugt! - In diesem Sinn wünschen wir Euch allen ein Frohes Pfingstfest und die Fülle des Heiligen Geistes!    Eure „Bibel für die Welt“- Mitarbeiter     mit P. R. Sorger