Die Predigt - nicht Menschenwort, sondern Gottes Wort?

Liebe Missionsfreunde,

mit Sicherheit können wir diese Aussage des Apostels Paulus mit einem Fragezeichen versehen, wenn wir die allermeisten Predigten heute in Deutschland hören. Was wird da nicht alles gepredigt: Die eigene Befindlichkeit, die Schlechtigkeit der Welt, die Politik, psychologische Ratschläge, die Klimaveränderung ja, sogar das Gegenteil von dem, was die Bibel ausdrücklich sagt, und vieles mehr. Sicher hat dieses alles mit unserem Erdenleben etwas zu tun. Es wird leider in Deutschland und ganz Westeuropa durch die Prediger zuerst gefragt: „Was wollen die Leute hören, was interessiert nach den neusten Umfragen die Menschen? - Wir müssen sie doch dort abholen, wo sie gerade stehen!“ - So sagt man verständnisvoll. Und doch fragen sich viele Hörer, warum sind die meisten Predigten trotzdem so kraft- und saftlos, eben menschliche „Sonntagsreden“? - Warum haben die Predigten oft den starken „Geruch“ von Langeweile, auch wenn sie hervorragend ausgearbeitet und in druckreifem Deutsch vorgetragen wurden? - Ist das nicht vielleicht sogar auch mit eine Ursache dafür?

- Ich hörte kürzlich einen siebenjährigen Jungen sagen, der in den Gottesdienst ging: „Na dann wollen wir mal hören, was der Pastor heute zu sagen hat!“ Ich dachte unwillkürlich - der kleine Kerl spricht genau das aus, was die meisten Besucher denken! Doch eigentlich müßte es wohl heißen: „Wir wollen hören, was Gott uns zu sagen hat!“

- Und tatsächlich, in der Bibel werden wir fündig, wenn es da heißt:  „Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen, oder soll man die Toten für die Lebendigen befragen?  Hin zur Weisung und hin zur Offenbarung“ (Jes. 8,19f)!  Viele unserer lieben Mitchristen haben ihre Erwartung von der Predigt schon so weit herabgesetzt, daß sie gleich gar nicht mehr „in die christliche Versammlung“ kommen, selbst wenn sie gläubig sind. - „Was soll’s, ich habe meinen Glauben, dieser Gottesdienst mit der Predigt kann mir nichts mehr geben!“ - So denken oder sagen sie resigniert. - Doch wenn ich Gott befrage, und zuallererst in Seiner Urkunde nachlese (der Bibel), dann fällt mir sofort das Wort aus dem 1.Thessalonicher Brief ein, das ein starkes und wegweisendes zum obigen Thema ist: „Darum danken wir auch Gott unablässig, daß ihr das von uns empfangene Wort der göttlichen Predigt aufnahmt, nicht als Menschenwort, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, welches auch in euch, den Gläubigen, wirkt“ (1.Thes 2,13). Dazu kommt mir auch noch der berühmte Satz aus dem Römerbrief in den Sinn, wo Paulus sagt: „Demnach kommt der Glaube aus der Predigt, die Predigt aber durch Gottes Wort“ (Römer 10,17). - Und um nun das Maß biblischer Zeugenschaft restlos voll zu machen, zitiere ich gleich noch den Apostel Petrus, der sagt:  „Wenn jemand redet, so rede er es als Gottes Wort; wenn jemand dient, so tue er es als aus dem Vermögen, das Gott darreicht, auf daß in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, welchem die Herrlichkeit und die Gewalt gehört von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen (1.Petr. 4,11). - Was für herrliche herausfordernde Zeugnisse sind das doch, die uns beweisen, welch kraftvolle Wirkung das gepredigte Wort hatte! - Ganz offensichtlich schlugen die Predigten buchstäblich ein: Es ging den Leuten durchs Herz!  Entweder schlugen sie sich an ihre Brust und taten Buße, weil sie zutiefst von Gottes Wort und Geist ergriffen waren, oder sie regten sich sehr über „dieses Evangelium“ auf. „Der gepredigte lebendige Gottessohn“, brachte alle ihre bisherigen Wertvorstellungen kräftig ins Wanken! - Nur Wenige ließ das Wort der Apostel kalt.  So wurde innerhalb einer einzigen Generation, damals das ganze Römische Reich um das Mittelmeer, bis zum Kaiserpalast in Rom, mit dem Evangelium von Jesus erreicht! Darum grüßten auch mit Paulus aus seiner Gefangenschaft in Rom schon ganz herzlich „die von des Kaisers Haus“ (Phil.4,22)! Warum ist das heute nicht mehr so? - Selbst große Evangelisationen zeigen bei uns in Europa kaum noch Wirkung! - Mit Sicherheit liegt es am fehlenden Glauben gegenüber dem Wort der Bibel! Nirgendwo in der Welt wird der Bibel weniger Respekt entgegengebracht, als bei uns, auch wenn sie nicht öffentlich verbrannt wird. Wenn ich nämlich nicht mehr glaube, daß die Bibel Gottes Wort ist, und bloß denke, daß „sie den Willen Gottes irgendwie hinter den Worten ausdrückt“, dann wird sie auch nichts mehr bei mir bewirken. - Wir sind heute so weit gekommen, daß sogar „gute Evangelikale“ nicht mehr glauben, daß die klaren Weisungen aus dem Neuen Testament eindeutige Kundgaben Gottes sind!! Es wird heute in diesen Kreisen schon sehr vieles infragegestellt, was vor 30 oder 50 Jahren noch klar als göttliche Norm aus der Heiligen Schrift galt, auch wenn es „bloß von Paulus oder einem der Apostel“ aufgeschrieben wurde!  Seit dem aber geht es mit der Christenheit in Europa beständig bergab. - Wie ist das nur möglich geworden, so fragen wir uns!?! - Wenn wir in die Kirchen- und Theologiegeschichte schauen, so finden wir sehr bald die Antwort:  Das alles wurde möglich, weil der Zweifel an der Gültigkeit des Bibelwortes innerhalb der Kirchen und der Theologie geschickt installiert werden konnte. - Paulus fragte die Galater schon in hellem Entsetzen damals: „Wer hat euch bezaubert, der Wahrheit nicht zu gehorchen (Gal.3,1)?!“ - Die Antwort auf dieselbe Frage an die Theologen und Kirchen muß heute lauten: Es war die verführerische Idee, daß man in unserer modernen, von der Wissenschaft und Technik geprägten Zeit, der Bibel doch so, wie sie überliefert wurde, nicht mehr glauben kann. – „Man könne doch nicht mehr elektrisches Licht gebrauchen und gleichzeitig heute noch an die Wunder Jesu glauben!“ - So formulierte es „der Vater dieser Denkrichtung“, Theologieprofessor Rudolf Bultmann, vor 100 Jahren, ohne daß er seine Professur verlor! Er sprach aus, was viele Theologen damals schon lange dachten und wofür sie ihm Beifall zollten. Mit rationalistischer Bibelkritik und mit literaturwissenschaftlichen Methoden beurteilte man von nun an immer mehr die Bibel nach Kriterien, wie man sie sonst etwa bei Goethes literarischem Nachlaß gebrauchte. - Die Selbstaussagen der Heiligen Schrift über ihren inspirierten Ursprung wurden nun als „zeitbedingte Aussagen“ betrachtet, die man heute anders sehe. Gottes Willen wurde so immer mehr hinter einem Wust von menschlichen, individuell sehr unterschiedlichen Interpretationen der Bibeltexte buchstäblich vernebelt. Alles wurde nun möglich, auf theologischem und ethisch-moralischem Gebiet, weil es ja nur noch darauf ankam, „hinter dem Bibeltext individuelle eigene Wahrheiten zu entdecken“, die freilich heute mittlerweile sogar total gegensätzlich sein dürfen. - Darum können sich heute der Bayrische Landesbischof Friedrich und die EKD-Granden hinstellen (wie kürzlich geschehen) und „theologisch korrekt“, wie sie meinen,  ohne weiteres „Homosexualität als eine der Gaben Gottes“ bezeichnen, auch wenn in der Bibel das pure Gegenteil steht! Daß nach dem Neuen Testament beim Beharren in dieser Sünde sogar vom Himmelreich ausschließt, stört diese „Größen“ nicht. Der Glaube an die wissenschaftlich anerkannten menschlichen Theorien trat bei ihnen an die Stelle des einstigen Glaubens von der Inspiriertheit des Bibelwortes durch Gottes Geist. Diese pseudowissenschaftliche, rationalistische Gehirnwäsche, an der heute kaum noch ein Theologe in seiner Ausbildung vorbei kommt, ist die Ursache für den gravierenden geistlichen Niedergang des „Europäischen Abendlandes“. Sie trifft ja  eben den Menschen in seinem geistlichen Kern und wirkt so auf alle Lebensbereiche; wie Familie, Ehe, Erziehung, Gemeinde, Weltbild, Gesellschaft, Arbeitswelt, Politik, Wissenschaft, Ethik, Moral, Leben und Tod – alles wird davon betroffen und verändert!  Diese so genannte „historisch-kritische Bibelwissenschaft“ ist tatsächlich der geschickteste und wirksamste Anschlag auf die Gemeinde Jesu seit Jahrhunderten!!!  - Selbst einstmals „bibeltreue“ Ausbildungsstätten, Gemeinden und Bibellehrer werden in diesen Sog hineingezogen, wenn sie nicht wie Jesus sagen: „Es steht geschrieben“ und so diesem Geist des Versuchers sieghaft widerstehen! - Paulus schrieb schon prophetisch: „Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und leeren Betrug, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Grundsätzen der Welt und nicht nach Christus“ (Kolosser 2,8)!

- Es war schon immer eine große Gefahr, sich auf philosophische, rein weltanschauliche Vorstellungen einzulassen und sie mit dem christlichen Glauben zu vermengen.  Selbst gelehrte große Kirchenväter, wie z.B. Augustin, waren dieser Versuchung erlegen und haben heidnische Philosophie mit dem Glauben der Gemeinde Jesu vermengt. So haben sie in bester Absicht, nämlich die Kirche in der Gesellschaft befestigen zu wollen, doch den Grundstein für das pantheistische Lehrgebäude einer Katholischen „Welteinheitskirche“ gelegt, die bis zur Reformation so völlig entartet war, ja zur bloßen religiösen Machtinstitution verkam, daß sie kaum noch etwas mit der biblischen Gemeinde zu tun hatte. - Seit 100 Jahren nun, sind die Evangelischen Kirchen und Gemeinden dran. Ein extrem modernistischer „Umformungsprozeß“ hat sie erfaßt, der auch sie bis zur völligen Unkenntlichkeit und Selbstauflösung in die säkularisierte Welteinheitsgesellschaft verändern will, wenn Gläubige nicht entschiedenen Widerstand leisten.

- Leider macht dieser Prozess auch nicht vor Freikirchen und freien Gemeinden halt. - Zwar regt sich noch Widerstand, und wir, die wir an der Gültigkeit der Heiligen Schrift festhalten, haben zum Glück die Verheißung Jesu, „daß auch die Pforten der Hölle“ die bibeltreue Gemeinde nicht überwinden werden (Mt.16,18)!  Doch die Schar ist klein geworden, die diesem raffinierten Angriff „des altbösen Feindes“ entgegensteht.    Es lohnt sich zwar, auf die ganze Widersprüchlichkeit der liberalen Bibelkritik einzugehen, weil sie keineswegs wirklich „wissenschaftlich“ zu belegen ist, wie sie gern behauptet. Im Gegenteil! Doch aus Platzgründen können wir hier nicht näher darauf Bezug nehmen. Das Haben auch schon Gläubige, wie Prof. Etta Linnemann, Dr. Lothar Gassmann und viele andere schon genug und fundiert in Büchern und Vorträgen getan.

- Uns muß es darum gehen, wieder neu dem inspirierten Wort Gottes zu vertrauen und so die kräftigen und durchschlagenden Erfahrungen zu machen, die Jesus den Gläubigen verheißen hat: „Wer an mich glaubt wie die Schrift sagt, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen“(Joh.7,38)! Die Apostel, die Urgemeinde, die Reformatoren, die Erweckungsprediger vergangener Jahrhunderte und alle, die heute noch dem inspirierten Bibelwort vertrauen, erfahren die Wahrheit von Jesu Verheißung! Ja, es ist und bleibt so: „Alle Schrift (die Bibel) ist von Gottes Geist eingehaucht und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit ein Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke ausgerüstet“ (2.Tim. 3,16f)!  - Das ist die wunderbare ewige Wahrheit, der wir vertrauen dürfen und müssen, wenn wir in dieser Zeit des allgemeinen Abfalls vom biblischen Glauben bestehen wollen!!! - In Markus 13,31 sagt Jesus uns: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ - Dem Wort des Dreieinen Gottes dürfen wir mehr zutrauen, als den Sprüchen sterblicher, hochmütiger Menschen, die sich eine Zeit lang als „allwissend“ aufspielen! Selbst „der Vater“ der obigen Irrlehre, Rudolf Bultmann, hat sich am Ende seines Lebens noch zur Wahrheit  bekehrt, alle seine Irrlehren zurückgenommen und seine Schüler um Vergebung gebeten wegen der massiven Irreführung (so das Zeugnis seiner Schülerin, Prof. Etta Linnemann)!  Leider hatten die Jünger seiner Lehren daraus schon längst ein sehr einträgliches „intellektuelles Geschäft“ gemacht und verschweigen die späte Sinnesänderung „ihres Meisters“ bis heute. Vor 100 Jahren sahen Wissenschaftler in den neuesten Erkenntnissen der Physik damals noch einen großen Widerspruch zur Bibel. Heute ist das keineswegs mehr so. Viele von ihnen glauben sogar, die neusten Erkenntnisse würden geradezu auf Gott hinweisen.

- Es sei aber heute, wie es sei! - Wir bleiben fest am inspirierten Wort Gottes! Nicht „der Sinn hinter den Worten der Bibel“ ist zu suchen, wie man uns weiß machen will. Nein, was das Wort klar und deutlich sagt, ist von uns zu glauben und zu tun, wenn wir wirklich Jesu Jünger sind! Sollte man uns deshalb als „Fundamentalisten“ beschimpft und mit islamischen Terroristen vergleichen, dann ist das zwar völlig unzutreffend, muß aber doch „als Diffamierung um Jesu Willen“ hingenommen werden. Besser man steht auf dem Fundament des Glaubens, als auf dem Treibsand des Zeitgeistes! 

Ein Prediger, der heute wieder neu dem Wort Gottes vertraut, der wird erleben, daß Menschen unter seinem Pult oder der Kanzel, oder sogar auf der Straße, wieder neu zum Glauben kommen, weil sie spüren; da spricht nicht „Herr Müller  oder - Mayer“ zu mir, sondern Gott redet durch dieses Gläubigen zu mir! - Dann wird aus dem bloßen Menschenwort göttliche Predigt, die kräftig wirkt und in einer untergehenden Welt neues göttliches Leben bewirkt! - Heilige Gottesfurcht ergreift dann wieder Menschen und beschenkt sie mit einem neuen Geist der Liebe, der Kraft und der Besonnenheit (2.Tim.1,7)!  Hast Du dieses schon so erfahren, lieber Leser? - Wenn ja, dann beglückwünsche ich dich!  Geh den Weg im Vertrauen auf das lebendige Wort mit Jesus weiter. - Wenn Du noch im Zweifel bist, so nimm Gottes Wort endlich an, als das, was es ist, denn es kann dich retten und alle die dich hören!!!            Jesus segne Dich dazu!  -  Amen!                               Euer P. R. Sorger