Die zehn Gebote (nach 2.Mo. 20 und 5.Mo 5 mit  Erklärungen Martin Luthers - sowie Erläuterungen  von R.S. 2012)

 

Erkenne, was  Sünde ist, denn Gottes Wort sagt, daß die uns von IHM und unseren Mitmenschen trennt (Jesaja 59,2 und Klagelieder 3,39) und wir darum  Seine Güte, Seinen Trost und Seine Hilfe entbehren müssen, ja mit ihr sogar der Verdammnis nicht entgehen können!   Jesus ist aber gekommen, uns frei zu machen!

 

1. Gebot

Ich bin der HERR dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. - Du sollst dir auch kein Bildnis machen, es zu verehren oder anzubeten, es sei irgendein Gleichnis von etwas Himmlischem noch von etwas Irdischem.

Was ist das?

Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.

Erläuterung:

Was fürchte ich mehr als Gott - Mißerfolg, die Zukunft, Not, Krieg usw.?  Habe ich Menschenfurcht; verleugne ich meinen Glauben deswegen?  Was liebe ich über alles?  Bin ich durch eine Sucht gebunden? Komme ich über einen bestimmten Verlust nicht hinweg?  Worauf setze ich meine Hoffnung und mein Vertrauen im Leben?  An welchen Menschen, Dingen oder Handlungen hänge ich mehr als an Gott?  Verehre und diene ich Bildern, Sternen, Gedanken, Ideologien oder anderem an Gottes Stelle?  Bin ich zum Beispiel an bestimmte Götterbilder, Bilder, Fernsehen, Kino, Theater, Talismane usw. gebunden?

 

2.  Gebot

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes nicht unnützlich führen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der Seinen Namen mißbraucht.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.

Erläuterung:

Habe ich Gottes heiligen Namen mit Ehrfurcht genannt oder Ihn leichtfertig durch Redensarten oder gar unter Fluchen mißbraucht?  Habe ich mich mit Satanismus, Okkultismus - Wahrsagerei, Kartenlegen, Wünschelruten, Horoskopen, Geisterbefragungen, Zeichendeuterei, oder anderem Aberglauben eingelassen?

 

3.  Gebot

Du sollst den Feiertag (ursprünglich Sabbattag) heiligen.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und Sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen.

Erläuterung:

Was bedeutet mir die Bibel als Gottes offenbartes Wort für mein Leben, die Gemeinschaft mit anderen Christen und der gemeinsame Gottesdienst?  Halte ich den wöchentlich von Gott uns gesetzten Ruhetag (ursprünglich Sabbattag, den 7.Tag der Woche, siehe Anmerkung *), um für Gott, meine Familie und mich selbst Zeit zu haben?  Steht meine Zeit wirklich in Gottes Händen oder mißbrauche ich alle Zeit nur für meine Zwecke und Ziele? 

( *Anmerkung:  Die junge Christenheit feierte schon sehr früh nicht mehr den Sabbat als allwöchentlichen Feiertag, sondern den ersten Tag der Woche, Jesu Auferstehungstag, zumal man im Altertum unmöglich zwei Tage hintereinander allwöchentlich feiern konnte.  Deshalb übersetzte Luther bei diesem Gebot anders als es in der Urschrift steht. Christus ist eben das Ende aller Gesetzlichkeit und Er ist ein Herr auch über den Sabbat (Mt.12,8). Selbst Paulus stellte es den Heidenchristen frei, Sabbat zu halten, oder nicht. Nur sollten sie sich deshalb nicht streiten oder einander verachten (Röm.14,4-10). Wem dieses nicht gefällt, der kann wieder den Sabbat feiern und am Sonntag arbeiten, doch seliger macht das ihn gewiß nicht! )

 

4.  Gebot

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohl gehe und du lange lebest auf Erden.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren (das sind gesetzte Autorität) nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen. sie lieb und wert haben.

Erläuterung:

Achte und ehre ich meine Eltern und Voreltern, sowie meine vorgesetzten Autoritäten trotz ihrer menschlichen Unzulänglichkeiten und Fehler, oder stehe ich in Rebellion, Gleichgültigkeit oder gar Feindschaft zu ihnen? Habe ich ihnen vergeben in allem, was sie an mir gefehlt oder gesündigt haben (ein offenes Wort der Kritik schließt das aber nicht aus!)? Oder gibt es da Unversöhnlichkeit in meinem Leben? Habe ich einen freundlichen und liebevollen Umgangston ihnen gegenüber?

 

5.  Gebot

Du sollst nicht töten (eigentlich nicht morden).

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leib keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten.

Erläuterung:

Liebe ich meine Mitmenschen so, daß ich ihnen keinen Schaden wünsche noch tue; weder durch aktive Taten noch durch passives Wegsehen oder unterlassene notwendige Hilfe? Habe ich durch mein Reden und Handeln einem Menschen Schaden zugefügt oder ihn gar zu Tode gebracht? Habe ich Abtreibung hervorgerufen, gefördert oder selbst betrieben? Habe ich einem Menschen schon den Tod gewünscht?

 

6.  Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig (anständig und zurückhaltend in sexuellen Angelegenheiten) leben mit Worten und Taten, und ein jeglicher sein Gemahl (seinen Ehepartner) liebe und ehre.

Erläuterung:

Habe ich die Sexualität zwischen Mann und Frau schon als eine gute Gabe Gottes für die Ehe akzeptiert? Wie halte ich es mit eigener sexueller Manipulation und der anderer? Kleide ich mich absichtlich so, daß andere auf mich sexuell aufmerksam werden? Halte ich mich in sexuellen Dingen zurück bis zur Ehe, oder lebe ich so unsauber in meinen Begierden, wie die gottlose Welt? Lebe ich etwa mit homosexuellen Wünschen oder Beziehungen? Habe ich etwa sexuellen Umgang mit Verwandten oder Tieren gewünscht oder praktiziert? Welche Rolle spielen pornographische Bilder, Filme oder Schriften in meinem Leben?

 

7.  Gebot

Du sollst nicht stehlen.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unseres Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. (Habsucht ist die Wurzel allen Übels!)

Erläuterung:

      Was für eine Haltung haben ich zu Geld und Besitz? Erkenne ich das alles als Gabe Gottes, die ich nicht nur zum eigenen Nutzen habe oder verdiene?  Bin ich geldgierig und geizig? Übervorteile oder bestehle ich andere Menschen oder Institutionen, wenn ich das unbeobachtet tun kann? Habe ich schon gestohlen oder zu meinem Nutzen betrogen? Bin ich bereit, den entstandenen Schaden zu erstatten und mich zu entschuldigen?  Lebe ich gerne auf Kosten anderer?

 

8. Gebot

Du sollst nicht falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen verraten Schlechtes von ihm reden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.

Erläuterung:

Wie rede ich über andere Menschen hinter ihrem Rücken? Ziehe ich gerne über andere her, um mich selber in ein besseres Licht zu stellen? Gebrauche ich ,,Notlügen"? Bin ich ehrlich gegenüber meinen Mitmenschen? Rede ich lieber Schlechtes oder Gutes über andere?

 

9.  Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserem Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein.

 

 

10.  Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.

Erläuterung:

Beneide ich meine Mitmenschen um ihren Besitz? Bin ich beständig unzufrieden mit dem, was ich habe? Bestimmen die Sorgen um Karriere, Wohlstand und Glück meine Gedanken mehr, als die Nöte und Bedürfnisse meiner Mitmenschen? Habe ich eine materialistische Gesinnung? Bin ich am Wohlergehen meiner Mitmenschen interessiert und helfe ich ihnen nach meinen Möglichkeiten dabei?

 

* * *

Was sagt nun Gott von allen diesen Geboten?

 

ER sagt also.

ICH der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so Mich hassen (das heißt; verachten mit ihrem Reden und Tun), die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied (d.h. bis in die vierte Generation); aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl in tausend Glied.

 

Was ist das?

Gott droht zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor Seinem Zorn und nicht gegen Seine Gebote handeln.

Er verheißt aber Gnade und alles Gute denen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch fürchten, lieben und vertrauen und gerne tun nach Seinen Geboten.

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So erkenne nun deine Sünden und bitte den HERRN  um Vergebung aller deiner Sünden!

ER will dir vergeben, wenn du ernstlich bereust und den guten ernsten Vorsatz hast, durch den Beistand Gottes, des Heiligen Geistes, zukünftig dein Leben im Gehorsam Seinem Wort gegenüber zu führen und Jesus zu folgen. ER trug die Strafe für deine Schuld am Kreuz von Golgatha, damit Du frei und froh leben kannst in der Kraft Seines Heiligen Geistes bis zur Ewigkeit! (siehe Jesaja 53)

 

Erbauliche Gedanken zum Sündenbekenntnis

 

Das konkrete Bekenntnis der eigenen Schuld vor Gott (und unter vier Augen vor einem verschwiegenen Bruder oder einer Schwester im Glauben, wo es möglich ist) ist ein herrliches Angebot Gottes zur persönlichen Vergewisserung der Sündenvergebung, Lösung von üblen Gebundenheiten und Glaubensbefestigung für jeden, „der mit Ernst Christ sein will“ (siehe auch Mt. 18,18; Joh. 20,22f; 1.Joh.1,9ff; Jak.5,16). Sie ist aber keine Pflichtübung, sondern ein hilfreiches biblisches Angebot!

Diese "Privatbeichte" wollte sich selbst Luther nicht nehmen lassen - so auch seine Empfehlung im Kleinen Katechismus zur privaten Beichte.  Jesus hat für alle Schuld der Menschen mit Seinem Leben bezahlt, seinetwegen finden wir Vergebung bei Gott und die Kraft für ein neues Leben unter Seiner Führung. Hebräer 12,14 sagt: „Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den HERRN sehen!

 

Dietrich Bonhoeffer schreibt im „Gemeinsamen Leben“:

„Bekenne einer dem anderen seine Sünden!“ Wer mit seinem Bösen allein bleibt der bleibt ganz allein. Je einsamer der Mensch wird, desto zerstörender wird die Macht der Sünde über ihn, und in je tiefer wieder die Verstrickung, desto heilloser die Einsamkeit. Sünde will unerkannt bleiben. Die Sünde aber muß ans Licht, das Unausgesprochene muß offenbar werden. Aber Gott zerbricht eherne Türen und eiserne Riegel. Indem das Sündenbekenntnis im Angesicht des christlichen Bruders geschieht, wird die letzte Festung der Selbstrechtfertigung preisgegeben. Der Sünder liefert sich aus, er gibt all sein Böses hin er gibt sein Herz Gott und er findet die Vergebung aller seiner Sünde in der Gemeinschaft mit Jesus Christus und dem Bruder. Die ausgesprochene bekannte Sünde hat so alle Macht verloren. Wo Sünde gehasst, bekannt und vergeben ist, dort ist der Bruch mit der Vergangenheit vollzogen! „Das Alte ist vergangen, siehe es ist alles neu geworden“ (2.Kor.5,17).

Wo Angst und Not über die eigene Sünde groß geworden ist, wo Gewißheit der Vergebung gesucht wird, dort wird im Namen Jesu zur brüderlichen Beichte eingeladen. In ihr vergibt einer dem anderen im Namen Jesu des dreieinigen Gottes alle seine Sünde, und bei den Engeln im Himmel ist Freude über einem Sünder der sich bekehrt (Luk.15,7; Joh.20,23; )!

 

Luthers Taufbund:

Ich sage ab dem Teufel und allen seinen Werken und allem seinem Wesen und ergebe mich DIR, DU Dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist im Glauben und Gehorsam DIR treu zu sein bis an mein letztes Ende!    Amen