Zur Freiheit hat uns Christus befreit…   Galater 5,1

 

Ihr lieben Missionsfreunde,

Was für mutmachende Worte sind das! - Ähnlich klingende hörten wir von Politikern und anderen öffentlich bekannten Personen zum Jahresbeginn. Von der Freiheit der Bürger, der Meinung, der Kunst und der Presse und von vielen anderen „Freiheiten“ war da die Rede. - Frei nach Friedrich Schiller wurden wir z.B. von der Bundeskanzlerin ermuntert, daß wir mehr Freiheit wagen sollten; gemeinsam in einer friedlichen Zukunft aller Völker in der nochmals erweiterten freien Europäischen Union zu leben. „Seid umschlungen, ihr  Millionen“ aus Schillers „Ode an die Freude“ stand wohl diesen Worten näher als die Realität. – Die Älteren unter uns wissen noch allzu genau, wie oft solche Versprechungen ohne Gott schon in die Irre führten und das Gegenteil brachten. - Auch in den Evangelischen Kirchen Deutschlands sollen die Gemeinden nun nach einem Diskussionspapier mehr Freiheit haben. Mit dem schillernden Namen „Kirche der Freiheit“ sollen sie fit gemacht werden „für die Zukunft bis 2030“. Man staunt, daß die oberen „Kirchen-Manager“ nicht weiter denken als nur 23 Jahre. „Der Rotstift“ und amerikanische Management-Methoden sollen vor allem die Kirchen frei von Finanzsorgen machen. Die Freiheit   aber, von der Paulus im Galaterbrief spricht, wird da wohl auf der Strecke bleiben.

Immer wieder aufs Neue lassen sich Menschen, nicht nur junge, vom Freiheitsbegriff faszinieren. Die Verheißung von Freiheit, Unabhängigkeit und Glück war und ist seit dem Beginn der Menschheitsgeschichte im Paradies die lockendste Verheißung.  Was aber ist dran, an dieser Freiheit, die alle Welt will und sucht? Leider ist das nicht die Freiheit, von der Paulus oben spricht und dennoch gut kennt? Doch ebenso wie Paulus, müssen auch wir sie verstehen, bevor wir unseren Mitmenschen etwas von der christlichen Freiheit im Evangelium in Vollmacht sagen können.

Die Freiheit dieser Welt

Seit Beginn der sogenannten „Aufklärung“ im 18.Jahrhundert ist die Rede von der Freiheit zum strategischen Kampfbegriff gegen alle althergebrachten und auch bewährten Ordnungen geworden: „Freiheit von Bevormundung durch Religion, - von staatlichen, politischen, moralischen Werten und Normen, sogar von der eigenen natürlichen geschlechtlich vorgegebenen Rollenbestimmung“ und vieles mehr. - Das alles hat man mittlerweile nach über 250 Jahren Kampf und geistiger Unterwanderung sämtlicher Institutionen der Gesellschaft erreicht. Man hat vor allem in den letzten 50 Jahren mit dem Wort „Freiheit“ gewissermaßen die westliche Zivilisation teilweise oder sogar gänzlich geistig-moralisch demontiert und umgebaut, großenteils sogar auf den Kopf gestellt.  - Die Familie gilt „als Auslaufmodell“, Autoritäten werden nicht mehr anerkannt, jeder ist sich selbst der Nächste, mit Steuermitteln werden Abtreibung und „Familiendemontage“ finanziert, bei gleichzeitiger Überalterung der Gesellschaft und riesigen „Rentenlöchern“. Verbrechen, Gotteslästerung, Okkultismus, Ehebruch und Pornographie sind im Kino und Fernsehen allgemeiner „Gegenstand der Unterhaltung“ - usw., usw. - Wir sind als Westeuropäer so weit verkommen, daß wir nun von anderen Kulturen, wie z.B. der islamischen Welt, nur noch mit Verachtung wegen unserer moralisch-ethisch-religiösen Orientierungslosigkeit betrachtet werden. Das alles aber sind die  Früchte jener Freiheit, die schon Friedrich Schiller rühmte, dessen Lebenswerk erst im vergangenen Jahr wieder gedacht wurde. Schiller pries den Sündenfall in 1.Mose 3 als „glücklichste und größte Begebenheit der Menschheitsgeschichte, denn dadurch wurde der Mensch von einem Sklaven des Naturtriebs nun ein frei handelndes Geschöpf, durch den er endlich die Leiter zur Selbstherrschaft betrat“ (Zitat Ende). - Was für ein riesiger Unterschied zur Bewertung Gottes nach der Bibel! Durch den Sündenfall kam vielmehr der Tod in die Welt und die Trennung von Gott! - Heute hat die westliche Welt offenbar die letzte Sprosse dieser Schillerschen Leiter der Freiheit von Gott erreicht. Die Resultate dieser falschen Freiheitsversprechen sind schon in 2.Petr.2,18f treffend beschrieben: „Denn mit hochfahrenden, nichtigen Reden locken sie durch ausschweifende Fleischeslust diejenigen an sich, welche denen, die in die Irre gehen, kaum entflohen waren. Dabei verheißen sie ihnen Freiheit, wo sie doch selbst Knechte des Verderbens sind; denn wovon jemand überwunden ist, dessen Knecht ist er geworden.“ Jeder von uns kennt genug Menschen, die auf dem Weg dieser „Schillerschen Karriereleiter“ abgestürzt oder in die Verzweiflung geraten sind. - Gerade diesen gilt unser Evangelium auch! Alle Statistiker sagen, zwar daß „bibelgläubige Menschen“ glücklicher, sozial kompetenter sind und älter werden, als Leute die ohne Gott leben. Dennoch leugneten wieder zur Weihnachtszeit 2006 die beiden großen „Irrlichter der falschen Freiheit“, die Wochenmagazine, „Spiegel“ und „Focus“,   daß der Glaube an den Gott der Bibel irgendeinen Wert oder guten Sinn habe. Das Gegenteil wurde behauptet. - Leider leben wir erneut in einer Gesellschaft, in der die meisten Meinungsmacher die fanatischsten Gottesleugner sind und trotz allem erkennbaren Scheitern aller Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts, dennoch keiner vom bösen Weg umkehren will. Was ihnen so noch zum Tode bleibt, ist nur „die Freiheit zur grenzenlosen Sünde“, - die sie jedoch nie satt und glücklich sein läßt, sondern vielmehr den bitteren Nachgeschmack von Friedlosigkeit und Todesfurcht als ständigen Begleiter hat. Doch wie schon David tröstete, so müssen wir auch denken: „Die Toren sprechen in ihren Herzen: «Es gibt keinen Gott!» Ihr Tun ist ein Greuel, da ist keiner, der Gutes tut(Psalm 14,1). Herr Jesus, bekehre sie!

Jesu herrliche Freiheit

Zu der „zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ sind alle wahrhaft Gläubigen berufen und niemand kann diesen Schatz rauben!!  „Zur Freiheit hat uns Christus befreit;  So stehet nun fest und lasset euch nicht wieder in das knechtische Joch einfangen“ (Gal.5,1)!  Wer längere Zeit in der Sünde lebte, der kann davon berichten, was für eine Versklavung diese Lebensweise ist, nachdem er die Freiheit der Gotteskindschaft erfahren hat. „Wer  aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und dabei bleibt, nicht als vergeßlicher Hörer, sondern als wirklicher Täter, der wird selig sein in seinem Tun“(Jak.1,25). Nicht, daß wir durch unser besseres Tun bei Gott selig würden. Nein, weil Christus uns bei der Wiedergeburt alle Sünden vergab, können wir als Folge davon, nun ein anderes Leben nach den Geboten Gottes führen. Das ist das eigentliche Geheimnis der großartigen Freiheit in Christus! Für den, der noch vor diesem Erlebnis steht, ist und bleibt das alles ein Rätsel. Erst nach der Umkehr zum Herrn „als ein verlorener Sohn oder eine verlorene Tochter“, wird diese wunderbare Sinneswandlung erfahrbar! Darum sagt Jesus auch:

„Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken! Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen;“(Mt.11,28f).

 Solange Du diesen Weg nicht gehst, wird Dir das alles lebensfremd und anmaßend vorkommen, was Jesus und Paulus hier sagen. Sobald Du es aber tust, kehren Frieden und Freude in Dein Herz ein und Du wirst willig, Jesus zu folgen und neu geschenkte Freiheit zu schätzen wissen! Dann machst Du die Erfahrung, daß ein Christenleben nicht „ein mühsamer und freudloser Weg“ ist, sondern daß Frieden und Freude im Heiligen Geist Dir zur Kraftquelle werden! - Es stimmt eben, wenn Jesus uns in Matthäus 11,30 sagt: „Denn Mein Joch ist sanft und Meine Last ist leicht.“ - Du trägst von nun an wirklich nichts mehr allein; sondern alles mit Seiner Hilfe! - Der natürliche Mensch hat eine angeborene Scheu oder sogar Feindschaft gegen Gott, weil er meint, der würde ihm durch Seine Ge- und Verbote die eigenen Lebensmöglichkeiten beschränken. Deshalb finden oft gerade junge Menschen unseren christlichen Glauben wenig attraktiv. Sie meinen, der Freiheitsverheißung von „Schiller &. Co.“ folgend, ohne Gott das Leben maximal genießen zu können. Nach wenigen Jahren kann man allerdings in ihren Gesichtern die Ernüchterung und die Spuren der Sünde deutlich lesen, auch wenn sie sich noch so „cool“ geben. - „Welch Glück ist‘s erlöst zu sein, HERR, durch Dein Blut! Das heilt die Gebrechen fein, macht alles gut.“ - so singen die Älteren unter uns noch heute. Leider ist die große Freude des verlorenen Sohnes in der Bibel nicht beschrieben, doch Unzählige haben sie seither erfahren, das dürfen wir unseren noch verlorenen Mitmenschen mit Wort, Tat und Leben bezeugen, Ihr lieben Missionsgeschwister!! Dazu segne uns der Herr reichlich!   In Jesus verbunden grüßt Pastor Reinhard Sorger

Sag, warum noch warten, O Seele?

Steh auf und komm eilend herzu!

Dein Heiland ruft dich schon so lange,

gern schenkt Er dir Fried und Ruh!

Warum kommst Du nicht herzu?

Warum willst Du nicht Fried und Ruh?