Liebe Missionsfreunde!

Das schien die zündende Idee zu sein nach der unerwarteten großen Niederlage des Volkes Israel gegen seine Feinde: „Wir holen einfach die Gegenwart Gottes aus der dunklen Stiftshütte ans Licht, in die ja ohnehin nur einmal im Jahr der Hohe Priester gehen darf und machen so den HERRN zum Führer unseres Heeres. Dann haben wir den Sieg und Gott hat die Ehre vor allen Völkern!“ - Man möchte meinen, daß dieses wirklich eine „kreative religiöse Idee“ war, die nicht nur „endlich mal ´was Neues“ brachte und scheinbar alles hatte, um erfolgreich zu werden. Schon 200 Jahre dauerte die Auseinandersetzung mit den Philistern. Machten es nicht die Völker um Israel herum auch so?! Trugen sie nicht auch ihre „Götter“ vor sich her, wenn sie in den Kampf gingen?! - Ja, nicht zu vergessen - hatte nicht Josua auch die Bundeslade um die Festung Jericho tragen lassen und dann waren wirklich die Mauern eingestürzt! - Also auf, und frisch ans Werk! So sagten sie und so taten sie es. Als dann die Bundeslade im Heerlager Israels ankam, jauchzten die vielen 10.000 Männer ihr zu, so daß es kilometerweit zu hören war. Als die Philister dieses erfuhren, rutschte ihnen buchstäblich das Herz in die Hosentasche und sie erinnerten sich daran, wie 200 Jahre zuvor, Gott Jahwe mit Zeichen und Wundern Israel unschlagbar gemacht hatte; und wie die Wolken- und Feuersäule Gottes für alle sichtbar vor ihnen her ging. Damals flohen die Völker vor diesem Israel, das aus der Wüste Sinai plötzlich auftauchte, mit einem durch nichts zu beschwörenden Gott und das Land Kanaan im Sturm eroberte. – Trotz dieser Erinnerung nahmen die Philister nochmals todesmutig ihre letzten Kräfte zusammen und stellten sich Israel entgegen.  Doch nun berichtet uns die Bibel nicht etwa vom grandiosen Sieg Israels, nein, vielmehr von einer katastrophalen Niederlage des Gottesvolks, bei der zu den 4000 Toten des ersten Angriffs, nun nochmals 30.000 Erschlagene hinzukamen. Zudem wurden alle Priester und Träger der Bundeslade getötet, und das Heiligtum Israels geriet „als Siegestrophäe“ in die Hände der Philister, um schließlich im Götzentempel der Feinde zu landen. - Das größte anzunehmende Unglück war nun zustande gekommen! Neben der Trauer um den Verlust der 34.000 tapferen Männer waren nun noch die Priester erschlagen, und das zentrale Heiligtum Israels in die Hände der Feinde geraten. Ja, es schien so, als hätte Israel seinen allmächtigen Gott verloren und sei nun ganz schutzlos allen seinen Feinden ausgeliefert. Wir können uns die Verzweiflung gar nicht groß genug vorstellen! Als die Nachricht in Silo eintraf, war das Geschrei groß und der Hohe Priester Eli fiel vor Schreck nach hinten vom Stuhl und brach sich das Genick. Dazu hatte seine Schwiegertochter sofort eine Frühgeburt, an der sie sogleich ebenfalls starb. Sterbend nannte sie noch den Namen, wie ihr Sohn heißen sollte, der nun als Vollwaise aufwachsen mußte: „Ikabod“, auf Deutsch: „Die Herrlichkeit ist weg“. - Zum Glück war Gott trotz allem noch nicht mit Israel fertig und wir können im 1.Samuel lesen, wie Gott weiter führte.  - Ihr lieben Missionsfreunde; warum erinnern wir uns an dieses traurige Kapitel aus der Historie Israels?  Was hat das mit uns heute, oder gar mit der christlichen Mission zu tun?!  - Auf den ersten Blick scheint alles doch eine sehr weit hergeholte Story zu sein. Wer aber das ganze 1.Buch Samuel liest und darüber betend nachsinnt, dem kann der Herr viele Einsichten für heute geben. – Auch wir möchten gerne all die Niederlagen und Ratlosigkeiten wettmachen und würden gerne auch Gott auf mancherlei Weise „vor unsere Anliegen spannen“. Wir streben zuweilen danach Herrlichkeit Gottes in unserem Leben und in der Gemeinde zu erfahren. Dabei könnten wir auch allerhand Bibelstellen geltend machen, wenn es darum geht, daß sich Gott zu unserer Sache stellen soll. - Da werden christliche Großveranstaltungen mit Prominenz zahlreich abgehalten. Ja, sogar die Politiker scheuen sich nicht, zu Beginn einer Legislaturperiode „Oberchristen“ mit Doktortiteln und Bischofswürden zu engagieren, um mit einem Gottesdienst feierlich ihre politische Arbeit zu beginnen, ja, Gott für ihre Sache zu gewinnen. Auf den ersten Blick wirkt das alles ganz fromm, ist es aber nicht! Denn genau wie Israel damals handelte so macht man Politik dann nach eigenem Gutdünken und fragt nicht nach dem Wort Gottes, der Bibel. Genau wie bei Israel wird das Wort Gottes beiseite geschoben, uminterpretiert, ins Gegenteil gewendet. So machen es heute die meisten Theologen, Politiker und so genannten „Geistlichen“ in Deutschland und West-Europa. Die Folgen davon machen auch uns heute genau so ratlos, wie damals das Volk Israel nach der verlorenen Schlacht. – Da wird gebetet: „Haben wir nicht in Deinem Namen…; dies und das gemacht“ (Mt.7,22)? - Wir haben unsere Programme entworfen und durchgeführt, missioniert, getauft, „in neuer Form“ Gottesdienst gehalten, das Mahl des Herrn „einmal ganz anders gefeiert“ (mit Saft und Weißbrot), Bibelwochen gehalten, evangelische und ökumenische Allianzen geschmiedet, neue Gemeinden gegründet, moderne Bibelübertragungen geschaffen, ja - auch Bibel gelesen, das Wort „aus- und hineingelegt“, gesungen, gebetet und gearbeitet! Wir haben uns abgegrenzt gegen alle und alles, was nicht zu unserer, Kirche, Gemeinde und unserer Sicht von der Wahrheit paßte?!“ – Und doch; der Feind reißt immer größere Löcher in unsere Reihen. Manchmal scheint es, als sei er schon in unsere Gemeinden, Kirchen und „Führungsetagen“ eingedrungen und würde von dort aus die Zerstörung organisieren!  - Was ist da nur falsch gelaufen bei all unserem Tun?! - Ja, was war denn damals falsch gelaufen in Israel im Kampf mit den Philistern?! - Ganz gewiß dasselbe, wie es auch heute wieder zu beklagen ist. - Man hatte viel Einsatz gezeigt, war wirklich auch mit Leib und Seele sehr aktiv gewesen. Auch religiös und wissenschaftlich war man „ganz auf der Höhe seiner Zeit“! - Aber eins hatte man sich abgewöhnt; nein man hatte sich eigentlich noch nie richtig daran gewöhnt: Man beachtete den Wortlaut der Heiligen Schrift nicht mehr, sondern interpretierte diese so, wie man es eben gerade „für zeitgemäß“ hielt. Gott hatte Seine Gebote und Satzungen zwar in aller Deutlichkeit formuliert, so daß Israel „ein verständiges und herrliches Volk“ hätte sein können, wenn es sich daran festhielt; das sogar von den Heiden-Völkern deswegen gelobt werden sollte (5.Mo.4,6). Doch sie wollten klüger als Gott und Sein Wort sein! - Obgleich Gott befohlen hatte, daß die Bundeslade in der Stiftshütte zu sein hatte, so holten sie diese dennoch einfach heraus, um sie in einer triumphalen Pozession mit in den Krieg zu nehmen, wie es die Heidenvölker ja auch mit ihren Götzen zu tun pflegten! - Genau wie ihre Priester Eli, Hophni und Pinhas sich nicht an die Gebote Gottes zum Opfer und zur Heiligkeit hielten, so übergingen sie auch diesmal die Weisungen Gottes über den Standort der Bundeslade. - Nun hatte Gott ein furchtbares Gericht über die Priesterschaft kommen lassen, bei dem auch viele Ahnungslose und Unschuldige des Volkes mit ins Verderben kamen. - Die Parallelen zu unserer heutigen westlichen Christenheit sind überdeutlich: Auch Bischöfe, Professoren, Pfarrer, Pastoren, Politiker und sogar ganz einfache Gemeindeglieder, wissen oft nichts mehr von der Heiligkeit Gottes und Seines Wortes; oder wollen nichts mehr davon wissen! Für die meisten unserer so genannten „Ober- und Mitchristen“ ist die Bibel vorwiegend „etwas für Fachleute“, die nur sie richtig auslegen können oder allenfalls noch als „Fundgrube für Sprüche zu Familienfeiern“ geeignet.  Daß es das wahre von Gottes Geist inspirierte Wort im Leben und Sterben der Menschen ist, das glauben nur noch die Wenigsten! Die Folgen sind uns allen bekannt. Leere geist- und kraftlose Volkskirchen und ebensolche Gemeinden zu Hauf’, die jede Vollmacht verloren haben einer gottlos gewordenen Gesellschaft Vorbild und Richtung weisen zu können. So taumelt mit Sünden beladen die abendländische Gesellschaft dem antichristlichen Höhepunkt ihres Abfalls vom lebendigen Wort Gottes entgegen. - Wie konnte es nur so weit kommen, daß Gottes Wort nichts mehr gilt und Tod-Sünden heute in Großkirchen und vielen, vielen Gemeinden großzügig toleriert werden, ja viele „Christen“ sich kaum noch in ihrem Denken und Handeln von Gottlosen unterscheiden?! 

Man kann es auf diesen einen Punkt zurückführen: Irgendwann begann man eines Tages das klar geschriebene Wort nicht mehr ernst zu nehmen und setzte eigene Gedanken und Meinungen an seine Stelle. „ICH bin heilig und ihr sollt Mir ein heiliges Volk sein, und ICH will euch segnen, wenn ihr Meinem Wort gehorcht“(2.Mose19,6)! So hatte Gott einst zu Israel geredet! Und das gilt auch noch heute für alle, die sich auf Jesus und Sein Wort verlassen (1.Petrus 2,9)! - Da, wo dieses heute noch praktiziert wird ohne Abstriche und ohne Zusätze, da erfahren Menschen die Herrlichkeit und Treue Gottes in Seinem Wort! - In Ländern, wo die Bibel noch ein schwer zu erlangendes und darum kostbares Gut ist, wo es noch keine „moderne gelehrte Theologenliteratur“ gibt, die das Wort entkräftet, entschärft und ins Gegenteil wendet, da wo die Gläubigen sich ganz und gar auf den Wortlaut der Schrift verlassen, wo der lebendige und auferstandene Gottessohn verehrt wird und Seine Nachfolge für die Gläubigen selbstverständlich ist, notfalls auch bis zum Tode, da sind die Gemeinden zwar oft klein, verfolgt und haben kein großes Budget, aber bei ihnen ist die Herrlichkeit Gottes spürbar! Von Samuel wird im obigen Kapitel bezeugt, daß er selbst, obwohl ja er inmitten des ganzen geistlichen Verfalls der Priesterschaft als junger Mann lebte, dennoch „keines der Worte Gottes fallen ließ“, sondern alles tat, was Gott in der Schrift und auch in direkter prophetischer Rede ihm gebot! Er war es, der „die Herrlichkeit Gottes“ (mit der Bundeslade) zurück brachte. Merkwürdiger Weise quittierte er nicht den Dienst und verließ den Dienst nicht. - Auch mancher Christ wird in seiner Gemeinde oder Kirche noch aushalten müssen und sich als wahrer „Protestant“ äußern gegen all den Verfall im „Haus Gottes“. Anderen zeigt der Herr aber, wie sie in einer neuen Gemeindestruktur IHM besser dienen können, ohne die Irrlehrer und Gottlosen im eigenen Lager. Sicher, einmal ereilt die Gotteskinder eines Tages der Ruf: „Geht aus von ihnen und rührt kein Unreines an“ (2.Kor.6,17; Offb.18,4)! -  Auch wir wollen wie Samuel treu dem Wort des Herrn gehorchen, nichts hinzu und nichts hinweg tun, so wird sich auch bei uns die Herrlichkeit Gottes widerspiegeln, wie es Jesus verheißen hat und Etliche werden noch gerettet aus dieser verkehrten Weltzeit unserer Tage: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Johannes 7,38).  - Bist Du bereit, ein solcher Mensch Gottes zu sein? - Willst Du dabei sein, wenn Jesus die Seinen zu Sich ruft und sie verwandelt Ihm entgegen in den Himmel entrückt (1.Tess. 4,16f)? - So gib Dich dem Herrn Jesus,  dem Lebendigen Wort Gottes, ganz hin und tue, was ER sagt! Amen - Gott segne Dich!   Es grüßt Deine Bibel für die Welt mit P. Reinhard Sorger                               

HERR, Dein Wort die edle Gabe,

dieses Gold erhalte mir;

denn ich zieh es aller Habe

und dem größten Reichtum für.

Wenn Dein Wort nicht mehr soll gelten,

worauf soll der Glaube ruhn?

Mir ist nicht um Tausend Welten,

aber um dies Wort zu tun.

N. L. Graf von Zinzendorf  1723