Neuer alter Streit um die Bibel!

Seit einiger Zeit ist erneut ein heftiger Streit „um die richtige oder falsche Bibelausgabe“ unter bibeltreuen Brüdern ausgebrochen. Es ist der alte Streit um „die alleingültige Textfassung“ des griechischen und des hebräischen Urtextes der Bibel. Speziell geht es um die übereinstimmenden oder auch leicht abweichenden Textvarianten der handschriftlichen Überlieferung, die zu Abertausenden vorliegen und zu 99% textlich völlig übereinstimmen. Dieser Streit unter Gelehrten hat nun aber zu Extremen geführt, bis hin zur Behauptung mancher Hitzköpfe, daß alle anderen Bibelübersetzungen, außer der alten „King-James-Bibel“ und der allerneusten Schlachter-Übersetzung, verkürzt und verfälscht wären. Manch‘ Gläubiger ist nun so verunsichert, daß er nicht mehr wagt, seinen Luthertext, Elberfelder- oder Züricher- oder die alte Schlachterbibel zu lesen, weil ihm versichert wurde, „einem vom Teufel verfälschten Text damit zu vertrauen“. Tatsächlich gab ein Traktat-Verlag“ auch ein Traktat mit solch’ einer ungeheuerlichen Behauptung heraus. –

Bibelgläubige Fachleute sind aber in sehr großer Mehrheit völlig konform der Auffassung, daß 99% der überlieferten Texthandschriften zum Neuen Testament übereinstimmen und nur 1% des Textes fehlerhaft abgeschrieben oder Auslassungen infolge von Abschreibfehlern enthalte. Eine gute Evang. Bibelübersetzung (nach 1912 gedruckt) erkennt man auch daran, daß sie die umstrittenen Textstellen entweder vollständig abdruckt, anfügt oder auf die Textabweichungen von alten Handschriften des Urtextes hinweist. Ganz gewiß dürfen wir uns auch weiterhin auf die Richtigkeit unseres Bibeltextes in allen guten reformatorischen Bibeln verlassen!  Ein anderer biblischer Lehrinhalt ergibt sich durch die 1% unterschiedlicher Textstellen ohnehin nicht! Niemand muß befürchten, daß er bei den obigen Bibeln eine falsche Lehre beigefügt bekommt! - Das kann man allerdings von modernen Bibelübertragungen, wie „Die Gute Nachricht, Hoffnung für alle, Lebendiges Wort, Einheitsübersetzung, Volx-Bibel“ und wie sie alle heißen, eben nicht sagen! Hier handelt es sich um starke Interpretationen des ursprünglichen Bibeltextes, bei denen, die theologische Meinung des Verfassers sehr deutlich bestimmend ist. – Wir als bibeltreue Christen, sollten uns aber nicht an dem Streit um bloße Worte beteiligen, sondern vielmehr das klar formulierte Wort Gottes nach Geist und Buchstaben gemäß unserem Erlöser, Jesus Christus, leben! Dabei kommt es nicht auf einzelne Formulierungen an, sondern auf die ganze Schrift! - Die ersten Christen hatten noch kein Neues Testament vorliegen, aber sie lebten meist treuer nach dem Evangelium als wir heute! Das sollten wir bei aller Streiterei um Worte bedenken! - Gott wacht selbst über dem Inhalt Seines Wortes und will keinen Streit um einzelne Worte unter Brüdern, die in der einen oder anderen Handschrift fehlen oder dastehen!!  Petrus konnte darum schon ohne das Vorliegen des Neuen Testamentes in 2.Petr.1,3 schreiben:

„Alles, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, hat uns Seine göttliche Kraft geschenkt…“

- Die 180 differierenden Stellen in einzelnen griechischen Handschriften kann sich, wer will, jeder selbst ansehen und dann feststellen, daß nichts Wesentliches fehlt oder zu ergänzen ist. Eine Liste nach dem „Textus receptus“ kann man sich leicht besorgen – notfalls auch bei uns. - Wer den „Textus receptus“, (also jene Handschriften, auf die sich die Reformatoren damals allein stützen mußten, weil ihnen keine weiteren vorlagen) und die alte „King-James-Bible“, sowie die neuste Schlachterbibel „zum alleinigen Maßstab für alle wahren Christen erhebt,“ der macht, sich einen neuen Papst und glaubt, wie die Schriftgelehrten z. Z. Jesu, nur an den Buchstaben. Wir aber vertrauen auf das Wort der ganzen Schrift im Heiligen Geist!

Paulus schrieb schon:  „Daran erinnere, und bezeuge ernstlich vor dem Herrn, daß man nicht um Worte zanke, was zu nichts nütze ist als zur Verwirrung der Zuhörer.“  2.Tim.2,14